Kevelaer: Fahrrad nach Winterpause fit machen

Kevelaer : Fahrrad nach Winterpause fit machen

Wer seinen Drahtesel im Winter in den Keller oder die Garage verbannt hat, sollte ihn überprüfen, bevor er wieder losradelt. Die Sprecherin der Kreispolizei Kleve erklärt, worauf Fahrradfahrer achten sollten - auch im Straßenverkehr.

Zugegeben, jetzt schon von Frühling zu sprechen, ist ein wenig optimistisch. Ein paar Wochen wird es wohl noch dauern, bis der Lenz sich zeigt. Wer dann aber vorbereitet sein will, sollte auch an sein Fahrrad denken. Denn nicht immer ist das rollende Gefährt ganzjährig in Benutzung. Nach der Winterpause in Kellern oder Garagen sollte manchmal die ein oder andere Schraube nachgezogen werden.

Ganz wichtig, sagt Manuela Schmickler von der Kreispolizei Kleve, sei es, dass das Licht am Fahrrad funktioniert. Dazu gehören der weiße Frontscheinwerfer und das rote Rücklicht. Sie sollten mit einem Dynamo betrieben werden. Der stellt während der Fahrt selber Licht her und kann im Gegensatz zu einer Batterie in der Regel nicht plötzlich versagen. Auch sind sie meist besser gegen die Witterung geschützt als batteriebetriebene Lampen. Dazu sollten vorne und hinten Reflektoren angebracht sein. "Die haben neuere Fahrräder meist in die Lampen integriert", sagt die Polizeisprecherin. Wer noch besser gesehen werden will, für den gibt es Reflektoren, die er am Vorder- und Hinterrad befestigen kann, so genannte Katzenaugen. Seit neuestem können auch Stäbchen, die wie Strohhalme aussehen, um die Speichen geklickt werden - reflektierend natürlich. "Diese Stäbchen sind gerade für Kinder sehr schick, und damit wird man richtig gut gesehen, wenn Fahrzeuge queren", meint Schmickler. Zusätzlich helfen reflektierende Streifen etwa an der Jacke des Fahrradfahrers.

Räder, die in den vergangenen Monaten nicht bewegt wurden, können Luft verloren haben und sollten wieder aufgepumpt werden. Überprüfen sollte der Fahrer bei seinem Rad auch, dass der Lenker nicht etwa verzogen ist und der Sattel fest sitzt. Die Deutsche Verkehrswacht (DVW) rät, alle beweglichen Teile zu schmieren. Als Nächstes müssen die Bremsen funktionieren - vorne und hinten unabhängig voneinander. Zu beachten ist hier, dass kein Dreck oder Reinigungsrückstände wie Öl wie Bremsleistung verringern. Das Gleiche gilt für die Gangschaltung. Nicht vorgeschrieben, aber empfehlenswert sind Schutzbleche, ein stabiler Gepäckträger sowie ein Kettenschutz, der verhindert, dass sich Hosenbeine oder lange Röcke in der Kette verfangen. Einige mögen ihn nicht, aber "der Fahrradhelm ist eine gute Investition", sagt Polizeisprecherin Schmickler. Derzeit im Trend seien solche, die eher wie Ski- oder Skateboardhelme aussehen. "Die sind sportlich und hip", meint sie, und nicht mehr so langweilig wie früher.

Denjenigen, die nach längerer Pause wieder aufs Rad steigen, rät die Polizeisprecherin: "äußerlich selbstbewusst fahren." Dann könnten auch die Autofahrer abschätzen, wohin der Weg des Fahrradfahrers führt und was er als Nächstes vorhat. Wer Blickkontakt mit anderen Verkehrsteilnehmern aufnimmt, kann dazu erkennen, ob er gesehen wurde oder nicht. "Innerlich sollte man aber defensiv sein und nicht auf seine Vorfahrt bestehen", sagt Schmickler. "Als Fahrradfahrer ist man in einer Unfallsituation immer der Schwächere."

Gefährlich kann es auch werden, wenn Fahrradfahrer auf der falschen Straßenseite oder entgegen einer Einbahnstraße fahren. Häufig komme es dabei zu Zusammenstößen. "Als Fahrradfahrer muss man eh schon so viel wahrnehmen, dass man nicht noch das Fehlverhalten anderer einplanen kann."

Hier geht es zur Infostrecke: Die fahrradfreundlichsten Städte Deutschlands

(RP)
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