Kevelaer: Etwas mehr Geld für die Tageseltern

Kevelaer: Etwas mehr Geld für die Tageseltern

Kevelaer hat eine neue Richtlinie für die Betreuung der Kleinkinder auf den Weg gebracht. Das hatte für Diskussionen gesorgt. Politik und Verwaltung betonen, dass sie diese Arbeit sehr schätzen.

Tagespflege erfreut sich auch in Kevelaer bei den Eltern großer Beliebtheit. Eltern schätzen die persönliche Betreuung in kleinen Gruppen, gleichzeitig hat die Kommune über die Tagespflege die Möglichkeit, Eltern, die keinen Platz für Unter-Dreijährige im Kindergarten bekommen haben, eine Alternative anbieten zu können.

Jetzt hat die Kommune eine neue Richtlinie für die Tagespflege erarbeitet, die im Vorfeld für einige Diskussionen gesorgt hat. Ein Kernpunkt ist die Umstellung der Finanzierung von einem nach Stunden abgerechneten System auf ein Pauschalsystem.

Die neue Regelung erläuterte die Verwaltung den Tagesmüttern und -vätern im Februar. Überwiegend sei die Umstellung begrüßt worden, so Sozialdezernent Marc Buchholz. Das neue System gebe mehr Planungssicherheit. Aber es gab auch kritische Stimmen. Bereits im Rat hatte sich ein Tagesvater zu Wort gemeldet, der sich darüber beklagte, dass Kevelaer zwar teure Elternbeiträge habe, aber dafür im Vergleich zu Kommunen im Umkreis sehr niedrige Vergütungen für die Tageseltern. Das zeuge von schlechter Wertschätzung für die Arbeit, so der Vater. Übel aufgestoßen war ihm, dass es in dem Treffen mit der Verwaltung geheißen habe, man könne über alles reden, aber nicht über Geld.

Buchholz stellte klar, dass die Kommune sehr wohl die Arbeit der Tageseltern zu schätzen wisse. Eine Erhöhung der Tarife sei nur im Rahmen der Haushaltsmittel möglich, und nun sei eben gerade der Haushalt für zwei Jahre verabschiedet worden. Auch der Bürgermeister betonte in der Ratssitzung, dass man für jede Tagesmutter und Tagesvater Sympathie habe und die Arbeit sehr schätze.

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Und offenbar kam nach dem Rat einiges in Bewegung. Vertreter der Tageseltern trafen sich Anfang der Woche mit CDU und SPD, zwei Tage später im Jugendhilfeausschuss schlugen die Politiker vor, bereits in diesem Jahr die Vergütung zu erhöhen. "Es geht hier um Wertschätzung, das ist total wichtig", sagte Martin Brandts (CDU), man sei dankbar für den Einsatz der Tageseltern und sehe auch ein gewisses Ungleichgewicht zu den Tarifen in den Nachbarkommunen. Eben deshalb biete man als Geste des guten Willens die Erhöhung um zwei Prozentpunkte an. Norbert Baumann (SPD) ergänzte, dass die Eltern nur Positives über die Tagespflege berichtet hätten, daher sei es richtig, auch mehr zu zahlen. Gleichzeitig wies er noch einmal darauf hin, dass die Beiträge für Eltern in Kevelaer im Vergleich hoch seien. "Wir und die Grünen wollten diese Beiträge senken, sind damit aber nicht durchgekommen", sagte er.

Der Beschluss zur Erhöhung ging dann ganz schnell über die Bühne. Einstimmig stimmte der Ausschuss dafür.

Dieses Tempo überraschte dann auch die Tageseltern positiv. "Es ist bei uns super angekommen, dass so schnell reagiert wurde. Wir sind sehr zufrieden mit dem Engagement des Dezernenten, er hat gezeigt, dass er hinter uns steht", sagt Wolfgang Gastens, Sprecher des Tagesmütter-Netzwerks Kevelaer. Positiv habe man vor allem registriert, dass Verwaltung und Politik hinter der Arbeit der Tageseltern stehe. "Wichtig war uns, dass unsere Arbeit gewürdigt wird." Mit der neuen Regelung könne man leben.

(zel)