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Erste Spätschicht der Geschäftsleute in Kevelaer

Premiere bei Einzelhändlern : Die „Spätschicht“: Eine ansteckende Idee

Viel mehr Händler als von den Initiatorinnen erwartet haben beim Spätverkauf in Kevelaer mitgemacht. Nicht nur auf der Busmannstraße öffneten die Geschäfte bis neun Uhr. Dazu gab es Kultur zu erleben.

Einkaufen gehen, während es schon dunkel wird. Das geht in Kevelaer nur im tiefsten Winter oder wie jetzt am Freitag während „Busmanns Spätschicht“. Auf der Busmannstraße schlossen viele Geschäfte nämlich nicht wie sonst üblich um 18 Uhr, sondern erst drei Stunden später. Während dieser verlängerten Öffnungszeiten lockten die Läden mit besonderen Angeboten und Rabatten.

Ob Teecocktails und Quiche begleitet von Live-Musik im Teefreund, eine Mode-Vernissage bei „Mode Abels“ oder die Eröffnung der Ausstellung „Sichtweisen“ in der Wort-Werk-Galerie, fast alle Unternehmer ließen sich für die Spätschicht was Besonderes einfallen.

Gerade die Ausstellung zog viele Besucher an, was auch an dem Auftritt von Wies Kuyers und Rainer Heeke lag. Um 18 Uhr präsentierte das Duo eine besondere Verbindung von Text und Lied unter dem Motto „Wie buchstabiert man Kevelaer“. Die beiden zitierten und verwendeten unter anderem ein Heinrich-Heine-Gedicht, das Kevelaerer Heimatlied und vor allem ein Skizzenbuch zu den Sehenswürdigkeiten der Marienstadt. Dieses wurde vor fast vierzig Jahren vom ehemaligen Wallfahrtsrektor Richard Schulte-Staade verfasst, der an diesem Abend auch Gast war, ohne jedoch zu wissen, dass sein Buch zu einem Hauptbestandteil des Vortrags werden sollte.

Im Anschluss konnten sich die Zuhörer die Ausstellung „Sichtweisen“ mit dem Untertitel „Außen Ansicht – Innen Welten“ anschauen. „Ich wurde gefragt ob ich die Ausstellung nicht bei Busmanns Spätschicht eröffnen will, und ich fand, das hat hervorragend gepasst“, erzählte die Galeristin Eva-Maria Zacharias.

Viele Händler schlossen sich der Spätschicht an, es gab mehr als 45 Teilnehmer. Eine Zahl, mit der Anja Hummler von „Schauplatz“ so nicht gerechnet hatte. Im vergangenen Jahr hatte sie noch allein eine Spätschicht veranstaltet, als eine Art nachträgliche Einweihungsparty ihres Geschäfts. Zusammen mit Katharina Peters von „Teefreund“ entwickelte sie den Plan, die Sache ein bisschen größer zu veranstalten. „Wir waren unzufrieden, dass in Kevelaer wenig Neues passiert, was auch von den Bürgern beklagt wird. Daher wollten wir die Spätschicht ins Leben rufen und hatten anfangs gedacht, nur ein paar Läden würden mitmachen“, erzählt Peters. Dann aber stieg die Zahl der Beteiligten immer weiter. Sogar wenige Stunden vor der Veranstaltung kamen noch Geschäfte dazu. Auch auf der Hauptstraße ließen sich viele anstecken.

„Es ist großartig das uns so viele Geschäfte blind vertraut haben und dass die Spätschicht auf so eine gute Resonanz gestoßen ist. Da haben wir wohl einen Nerv getroffen“, freute sich Anja Hummler, die die Aktion Spätschicht nun gerne fortsetzen möchte. Die nächsten Termine sind bereits geplant: Sie sollen am 16. November und am 14. Dezember stattfinden.