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Entpflichteter Pfarrer war zuvor in Kevelaer

Kirche : Entpflichteter Pfarrer: Bistum fordert Aufklärung

Die Vorfälle rund um den leitenden Pfarrer von Bedburg-Hau sorgen auch in Kevelaer für viel Gesprächsstoff. Denn der Geistliche war von 2011 bis 2016 Pastor in der Wallfahrtsstadt. Dann wechselte er nach Bedburg-Hau, weil er dort eine eigene Gemeinde übernehmen konnte.

Wie berichtet, hat das Bistum ihn von seinen priesterlichen Ämtern freigestellt. Grund sollen zahlreiche SMS-Nachrichten unter anderem an Minderjährige sein. Der Mann soll die Taten eingeräumt haben.

Weihbischof Rolf Lohmann kennt den Pastor gut aus seiner Zeit in Kevelaer. Es sei wichtig, dass alles auf den Tisch komme, so der frühere Wallfahrtsrektor. „Es ist allen daran gelegen, dass es zu einer klaren Aufbereitung der Sache kommt“, sagt Lohmann, doch dafür müssten die korrekten Wege und Schritte eingehalten werden. Der Staatsanwalt sei eingeschaltet, damit sei man jetzt in einem Dilemma. „Auf der einen Seite wollen wir so transparent wie möglich sein, auf der anderen haben wir uns aber an Recht und Gesetz zu halten.“ Deshalb dürfe man keine Auskünfte im laufenden Verfahren geben. Gerüchte, es habe auch Vorfälle vor der Zeit in Bedburg-Hau gegeben, will das Bistum weder bestätigen noch dementieren. Fakt sei, dass die Staatsanwaltschaft eingeschaltet sei und ermittle, so Bistumssprecher Stephan Kronenberg. Der Pfarrer ist momentan entpflichtet und darf keine Gottesdienste feiern oder Sakramente spenden. Neben dem strafrechtlichen gebe es ein kirchenrechtliches Verfahren. Das werde später voraussichtlich unabhängig vom strafrechtlichen Rahmen fortgeführt.

Kevelaers Bürgermeister Dominik Pichler sagte gegenüber der Rheinischen Post, er habe ein gutes Verhältnis zu dem Geistlichen gehabt. Dieser taufte sogar eines seiner Kinder, zwei weitere kamen zu ihm in den Kommunionunterricht. Der Pastor habe sich immer freundlich und korrekt verhalten. Den Vorgang und die Vorwürfe kenne er nur aus der Zeitung, von Übergriffen sei ihm nichts bekannt. „Ich finde die Entwicklung sehr schade, weil ich ihn als Mensch und Priester sehr geschätzt habe“, sagt Pichler, der den Geistlichen aus der Pfarrgemeinde sehr gut kannte.