Weeze: Englisch lernen auf dem alten Militärflughafen

Weeze: Englisch lernen auf dem alten Militärflughafen

Im Royal-Air-Force-Museum kann man Sprachkenntnisse aufbessern. Der Verein bietet leicht verständliche Führungen.

Alte Abzeichen, Uniformen und jede Menge Fotos zieren das alte Kirchengebäude auf dem Flughafengelände in Weeze. Gespannt lauscht Wolfgang Slotosch den Worten des Museumsführers. "Das erinnert mich an meine damalige Zeit als Oberstleutnant in der Kaserne Goch", erzählt er.

Der Pensionär ist einer von zwölf Besuchern, die den Weg nach Weeze gefunden haben. "Wir sind alles ehemalige Stabsoffiziere. Einmal in der Woche treffen wir uns zum Gedankenaustausch. Heute nutzen wir den Tag, um uns die Ausstellung anzuschauen."

Von 1954 bis 1999 existierte auf dem Gelände der britische Militärflugplatz Laarbruch. Mittlerweile wird das Areal für den zivilen Flugverkehr genutzt. Der Verein "Royal Air Force Laarbruch-Weeze" hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Geschichte des ehemaligen militärischen Standortes am Leben zu halten. Seit 2007 gibt es nun das Royal- Air-Force-Museum. Und seit kurzer Zeit kann man Führungen auch in englischer Sprache buchen. "Wir von der Volkshochschule (VHS) kooperieren dazu mit der Gemeinde und dem Verein", erzählt Theo Reintjes, Leiter der VHS. Viele würden das Angebot nutzen, um ihr Englisch aufzubessern und Heimatgeschichtliches zu erfahren: "Das ist eine schöne Gelegenheit, einmal nicht im Klassenzimmer zu lernen", sagt er.

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Genau aus diesem Grund sind auch Manuela Krabbe und Inge Friedrich hier. "Wir machen zur Zeit einen Kursus, um unser Englisch aufzubessern", verrät Krabbe und fügt hinzu: "Außerdem habe ich mal hier im Block 16 gearbeitet, damals fürs Finanzbauamt. Da kommen Erinnerungen hoch."

Durch die Ausstellung führt Rod Hawkins. Der Brite war selbst als Navigator im Irak-Krieg und kennt viele Details zur Geschichte des militärischen Standortes. Die Gruppe um Slotosch hat trotz teilweise fortgeschrittenen Alters keinerlei Probleme, den Muttersprachler Hawkins zu verstehen. "Englisch war unsere Berufssprache. Da gibt es keine Schwierigkeiten", erklärt Slotosch. Die beiden Damen haben es nicht so leicht. "Sinngemäß weiß ich schon, wovon er spricht, aber es gibt Lücken", sagt Friedrich. Später verlassen sie dann doch vorzeitig die anderthalbstündige Führung. "Das ist uns zu komplex und ein bisschen zu fachlich. Wir hatten gehofft, dass mehr über das gesamte Gelände und die Umgebung erzählt wird", sagen die beiden, und Krabbe fügt lachend hinzu: "Für uns ist der Unterricht hier zu Ende. Wir gehen nun ein Eis essen."

(RP)
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