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Kevelaer: Eine musikalische Weltreise für Kinder

Kevelaer : Eine musikalische Weltreise für Kinder

Die beiden Jugendlichen Lea Brückner und Kristina Knaub spielten ein besonderes Familienkonzert im Konzert- und Bühnenhaus Kevelaer. Sie kombinierten Mozart und Fluch der Karibik. Das Ziel: Angst vor klassischer Musik nehmen.

Die Reaktionen beim Betreten des Konzert- und Bühnenhauses waren ganz unterschiedlich. "Wie im Kino" fühlte sich ein kleiner Junge beim Anblick der schweren roten Samtvorhänge an der Bühne. Die Teenager in Turnschuhen dagegen gingen eher schüchtern in den Konzertsaal. Eingeladen zu einem etwas anderen Familienkonzert hatten Lea Brückner und Kristina Knaub.

Das Konzert trug die Überschrift "Sorgen mit der Klassik - Hakuna Matata macht alles möglich". "Hakuna Matata" ist ein Lied aus "König der Löwen", das Kristina am Klavier und Lea auf der Violine spielten. Melodien mit einem hohen Wiedererkennungswert für das sehr junge Publikum tauchten immer wieder im Programm auf, aber eben nicht nur. Die Zuhörer lernten auf der musikalischen Weltreise auch Peter Tschakowskis Schwanensee kennen und Johannes Brahms, der sich von den Ungarn zu seinen ungarischen Tänzen inspirieren ließ. Wolfgang Amadeus Mozart stach kurzerhand mit Kapitän Jack Sparrow in See, als nach Mozarts Klängen die Titelmelodie vom Fluch der Karibik erklang.

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Währenddessen durfte ein Junge aus dem Publikum neben Kristina Platz nehmen und ihr beim Klavierspielen auf die Finger gucken. Die Nähe, auch zum übrigen Publikum, war Programm. Entstanden ist die Idee zu dem etwas anderem Familienkonzert nämlich aus dem Projekt "Kinder musizieren für Kinder", das bisher in der Schulzeit Kindern klassische Musik durch Konzerte nahe brachte.

Dahinter stecken ebenfalls die beiden Duett-Partnerinnen Lea und Kristina. "Wir sind auch noch Kinder, wenn auch nicht mehr ganz so jung", sagt die 16-jährige Wettenerin Lea. Ihre Musikerkollegin ist 17 Jahre alt. Beiden war aufgefallen, dass viele Kinder von zu Hause aus immer weniger mit klassischer Musik zu tun haben. Das wollen die beiden ändern. "Die Musik ist ein Stück Kultur", sagt die Violinistin. Mit Erschrecken habe sie festgestellt, dass viele Kinder nur noch ein, höchstens zwei klassische Komponisten kennen. "Damit fehlt auch das Wissen, die Musik verstehen zu können", sagt Lea.

Aber beim Erschrecken allein bleibt es nicht. "Es muss was getan werden für die Nachwuchsgeneration, die später unser Publikum ist", stellt sie klar. Sie startete mit Kristina Knaub das Schulprojekt, bei dem sie im Rahmen des schulischen Musikunterrichtes Konzerte in Kevelaer und Kleve spielte. Die Resonanz kann sich sehen lassen. "Von 400 Kindern sind 20 dabei, die angefangen haben, ein Musikinstrument zu spielen", sagt die 16-Jährige. Aber es geht ihr nicht um Zahlen. Wer sie auf der Bühne beobachtet, merkt, dass es ihr vielmehr darum geht, für die klassische Musik zu begeistern. In aller Ruhe erklärt sie, wie Geige und Klavier funktionieren und wo Tango oder Ukulele-Serenade ihre Heimat haben. Am Ende des Konzertes waren nicht nur die Kinder, sondern auch die Eltern schlauer. Auch wenn es, wie Lea gerne zugibt, mehr Zuhörer hätten sein können. "Jeder Künstler wünscht sich einen vollen Saal", sagt die Wettenerin. So breitete sich Kaffeehaus-Atmosphäre aus, und die Nähe zum Publikum war auf jeden Fall gegeben. Honoriert wurde das mit Applaus und Bravo-Rufen von Seiten der kleinen und großen Zuhörer.

Lea ist überzeugt: "So ein Ereignis wird nicht so schnell vergessen. Es bleibt lange im Kopf, und das ist unser Ziel." Denn ein Konzert live zu erleben, sei doch noch etwas ganz anderes als das Hören auf Youtube oder anderen Kanälen.

(bimo)