Kevelaer: Eine Deutschlandpremiere: kfd-Fusion am Niederrhein

Kevelaer: Eine Deutschlandpremiere: kfd-Fusion am Niederrhein

Die Katholische Frauengemeinschaft hat Nachwuchsprobleme: Von der Verschmelzung sind auch Kevelaer und Weeze betroffen.

Mit der Heirat kam die Einladung. So sei es früher einfach gewesen, da sei jede junge Frau in die kfd eingetreten. Die Mutter war dabei, die Schwiegermutter sowieso, die Freundinnen auch. So war es auch bei den fünf Frauen, die sich vorgenommen haben, die kfd in der Region zu erneuern: Marga Müskens, Elke Lampe, Wilma Vos, Maria Haaken - allesamt von der kfd Dekanat Goch - und Anke Mulder Dekanat Kleve. Einige von ihnen sind seit 40 Jahren bei dem christlichen Frauenverband. Nun sind sie das Organisationsteam für die anstehende Fusion.

Denn die Dekanate Goch und Kleve werden zusammengelegt. Damit sind auch die Frauengemeinschaften in Weeze und Kevelaer betroffen, weil sie zum Dekant Goch gehören. Seit Jahren fehlt der Nachwuchs in leitenden Ehrenämtern. In Kleve und Goch war es so akut, dass 2017 die Zusammenlegung der Dekanate beschlossen wurde. "Es war uns wichtig, dafür die Genehmigung von den Mitgliedern zu bekommen", sagt Anke Mulder. "Und wir sind in den Mitgliederversammlungen auf Zustimmung gestoßen."

Damit wären die Dekanate am Niederrhein die ersten in Deutschland, die zu einer Region verschmelzen. Das gesamte Organisationsteam - ausgenommen Wilma Vos aus Wetten - will sich zur neuen Leitung wählen lassen. "Wir sind ziemlich sicher, dass wir die Zweidrittel-Mehrheit bekommen", sagt Marga Müskens. "Und wir freuen uns, wenn sich noch weitere Frauen anschließen." Doch genau daran hapere es häufig. Die Zahl der verstorbenen Mitglieder sei höher als die der Neuzugänge. Die Frauen seien nicht mehr angewiesen auf die Angebote, den Sport und die Spielgruppen, das Kochen und die Andachten. Stattdessen seien sie berufstätig, hätten kaum Zeit, schon gar nicht, um sich für vier Jahre für eine leitende Position im Ehrenamt zu verpflichten. Oder sie engagieren sich lieber in der eigenen Gemeinde. "Das ist auch verständlich: Die Arbeit empfinden sie als wichtig und es betrifft sie direkt", meint Elke Lampe.

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Es habe aber auch mit der Kirche zu tun, glauben die Frauen. "Bei uns wird das K für katholisch noch immer sehr groß geschrieben", sagt Marga Müskens. Der Verband bietet viele kirchliche Termine an: Andachten und Frauenmessen, Besinnungstage und Studienreisen zu religiösen Themen. Aber die Frauen widmen sich auch der Politik und setzen sich beispielsweise für die Mütterrente oder für pflegende Angehörige ein. Sollten sie die Region übernehmen, wollen die Frauen aus Goch und Kleve die Kommunikation zwischen Basis und Verband verbessern. "Wir wollen Bindeglied zur Diözesanebene sein und Ansprechpartner für die Frauen in den Ortsgruppen."

Dazu gehört vor allem eine Internetseite. Die gibt es bisher nur für den Verband, nicht aber für die Regionen. "So könnten wir die Angebote hier besser bewerben und auch ältere Frauen an neue Medien ranführen", sagt Mulder. Ansonsten soll sich für die 7000 Mitglieder in den Ortsgruppen nichts ändern. "Das war uns ganz wichtig", sagt Marga Müskens.

Am 13. April findet die Regionalversammlung mit Wahl statt. Um 18 Uhr gibt es einen Gottesdienst in der Stiftskirche St. Mariä Himmelfahrt in Kleve.

(veke)
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