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Einblicke in die neu gestaltete Niers in Weeze

Renaturierung in Weeze : Einblicke in die neu gestaltete Niers

In Weeze hatten Besucher jetzt die Gelegenheit, sich ein Bild von der Renaturierung zu machen.

Mit orangefarbener Warnweste und Mütze versucht Tobias Wenzke vom Niersverband, dem Regen zu trotzen. Tatsächlich gibt er sogar stündlich Führungen, um zu erklären, was genau nun mit der Niers am Tierpark passiert ist und warum. Und es finden sich auch immer wieder Leute, die sich vom Regen nicht abschrecken lassen, auch wenn nicht alle an Gummistiefel gedacht haben.

Es ist allgemein nicht das Wetter, dass man sich beim Tierpark an diesem Sonntag unbedingt gewünscht hatte. Ändern ließ sich das aber nicht mehr, deshalb fand der „Tag zur Renaturierung“ der Niers wie geplant statt. „Die Bauarbeiten sind ja jetzt erstmal abgeschlossen und man kann davon auch schon etwas sehen, da hat es sich angeboten, so einen Tag zu veranstalten“, betonte Tierparkleiterin Marie-Christine Kuypers.

Für den Niersverband eine Chance, den Weezern zu zeigen, worin ihre Arbeit der letzten drei Monate bestand. Von Ende September bis kurz vor Weihnachten fanden die Bauarbeiten am Tierpark statt. Zuvor waren jedoch bereits sechs Monate Planungszeit nötig. Insgesamt kostete die Renaturierung 1,1 Millionen Euro, alleine 400.000 Euro davon entfielen auf die Bodenentsorgung.

Ziel der Renaturierung war vor allem der Hochwasserschutz  und eine natürliche biologische und ökologische Entwicklung des Gebiets zu begünstigen. Dafür wurde der Fluss in seinem Profil verändert und verbreitert. „Die Niers war eigentlich völlig gerade, wir haben dafür gesorgt, dass sie jetzt in zwei Schleifen durch den Tierpark verläuft“, erklärt Tobias Wenzke. Ein weiteres wichtiges Thema waren Auen, die nun entstanden sind und auch nötig waren. „Die Niers ist sehr tief. Wir haben die bisher sehr steilen Ufer abgesenkt“, so Wenzke. Das Einzige, was nun noch ansteht, ist eine Pflanzung von Bäumen, insgesamt möchte man das Gebiet aber möglichst sich selbst überlassen.

Die Vorstellung des Niersverbands wurde an diesem Sonntag noch durch andere Akteure ergänzt. Als bekannter Gast war wieder das Naturschutzzentrum Rees-Bienen anwesend, um über das Leben im Wasser zu informieren. Mit Wasser und Tieren aus der Niers in einem Aquarium wurde das Thema veranschaulicht. Zudem lief ein Teil des Films „Leben an der Niers“ von Sascha Junghenn. Über drei Jahre lang vervollständigte der Hobbyfilmer komplett alleine sein Werk. Inhaltlich wurde Historisches über den Fluss aufgegriffen, mitsamt nachgestellten Szenen mit Schauspielern. Aber auch viel Aktuelles, wie die Renaturierungsarbeiten, war Teil des Filmes. „Ich wollte zeigen, wie liebenswert und spannend die Niers ist. Der Fluss ist außerdem Schauplatz von vielen tollen Geschichten gewesen“, erläuterte Sascha Junghenn. Eine der neusten Geschichten der Niers hat am Tierpark gerade erst begonnen.