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Kevelaer: Droht Krankenhaus die Übernahme?

Kevelaer : Droht Krankenhaus die Übernahme?

Die Diskussion zur Zukunft der Krankenhäuser in Kevelaer, Goch, Kleve und Kalkar geht in die nächste Runde. Wie jetzt bekannt wurde, gibt es offenbar ein Übernahme-Angebot für die Häuser der Katholischen Kliniken im Kreis Kleve (KKiKK).

Auf Einladung der Klever SPD diskutierten Vertreter sämtlicher Standpunkte im Klever Kolpinghaus, um eine gemeinsame Lösung zu finden. Der Hauptgeschäftsführer KKiKK Peter Enders, appelliert an alle, konstruktiv mitzuarbeiten.

Nachdem die Abteilungen Gynäkologie und Geburtshilfe aus Goch ins St.-Antonius-Hospital nach Kleve verlegt wurden, soll im Gegenzug die Gastroenterologie und Viszeralchirurgie von Kleve nach Goch kommen — das Wilhelm-Anton-Hospital wird Bauchzentrum. Der Facharzt für Innere Medizin und Internistische Onkologie in Goch, Professor Volker Runde, verteidigte die Zusammenlegung: "Wenn wir gewisse Bereiche nicht zusammenlegen, sind wir bald übernahmereif." Der Krankenhausbetreiber Helios habe bereits Interesse signalisiert. "Und dann wird alles aus Berlin gesteuert", so Runde.

Unangetastet blieb bislang das Marienhospital in Kevelaer — Umstrukturierungen sind bis heute ausgeblieben. Doch das muss nicht so bleiben, zumal, wie Runde nun bekannt gab, ein konkretes Übernahmeangebot im Raum steht.

Was würde eine Übernahme für das Kevelaerer Krankenhaus und die Stadt bedeuten? Bürgermeister Axel Stibi möchte sich "nicht an Spekulationen beteiligen", sagte er gestern im RP-Gespräch. Stibi beruft sich darauf, dass er als Aufsichtsratsvorsitzender der KKiKK zu Verschwiegenheit verpflichtet sei. Stibi: "Nur so viel — Entscheidungen müssten im Interesse des Gesamtverbunds der Krankenhäuser getroffen werden." Alle vier Krankenhaus-Standorte müssten erhalten werden, so der Bürgermeister.

Zum Übernahmeangebot sagte Stibi; "Man kann darüber diskutieren, ob ein Ausbluten von Krankenhäusern eine Übernahme begünstigt." Der Bürgermeister verteidigt die Abteilungszusammenlegungen in Goch und Kleve. "Die Verlegungen sind sinnvoll", so Stibi. "Die Beschlüsse müssen jetzt konsequent umgesetzt werden." Stibi weiter: "Ich bin froh, dass wir in Kevelaer ein so gut aufgestelltes Angebot haben".

Gestern gaben die KKiKK eine Pressemitteilung heraus. In der heißt es: "Wir möchten klarstellen, dass weder der KKiKK-Verbund noch seine einzelnen Krankenhäuser in irgendeiner Weise von Übernahmen bedroht sind." Die Diskussion schein noch lange nicht beendet zu sein...

(RP/rl)