Kevelaer: Drei CDU-Ortsvorsitzende empfehlen Selders Rücktritt

Kevelaer : Drei CDU-Ortsvorsitzende empfehlen Selders Rücktritt

Die Hoffnung, bis zur Mitgliederversammlung am Dienstag, 5. März, Zeit zum Durchatmen zu haben, erfüllt sich für Thomas Selders nicht. Der Kevelaerer CDU-Vorsitzende, von dem sich im Zuge der "Fax-Affäre" alle Stellvertreter losgesagt haben, bekam am Wochenende einen Brief, in dem drei von fünf Ortsvereinsvorsitzende seinen Rücktritt verlangen. Das Schreiben, das an die RP weitergeleitet wurde, ist unterzeichnet von Jürgen Aben (Kevelaer Mitte), Michael Machalewski (Winnekendonk) und Willi Scholten (Kervenheim).

Angelika Kobsch (Twisteden) hatte Selders zugestanden, er könne sich ja erneut zur Wahl stellen, wenn der Vorstand komplett aufgelöst sei. Frank Tunnissen, der CDU-Vorsitzende von Wetten, erklärte gestern auf Anfrage der RP, Selders genieße sein volles Vertrauen. Der Vorsitzende hatte im Pressegespräch gesagt, auf der Mitgliederversammlung würden nur die vakanten Posten nachbesetzt, er selbst will die Vertrauensfrage stellen.

Das genügt Aben, Machalewski und Scholten nicht. Sie schreiben: "Nach eingehender Beratung (. . .) sind wir einheitlich der Auffassung, dass die von Dir vorgenommene Bewertung der aktuellen Situation innerhalb unserer Partei nicht zutreffend ist. Wir verkennen nicht, dass es für einen Verbleib Deiner Person im Amt des CDU-Stadtverbandvorsitzenden Unterstützer gibt. Wir sehen aber auch, dass sich zahlreiche (ehemalige) Mitglieder des Vorstandes und auch viele Parteimitglieder gegen einen solchen Verbleib im Amt aussprechen." Es könne Selders nicht gelingen, die Strömungen innerhalb der Partei zusammenzuführen und die Partei zu einen. Angesichts nahender Wahltermine müsse verhindert werden, dass sich Mitglieder aus Unzufriedenheit abwenden. Selders solle politische Verantwortung übernehmen und seine eigenen Wünsche hinter die Interessen der Partei zurückstellen. Die Unterzeichner bitten den Vorsitzenden, "gemeinsam mit uns eine für den Vorsitz des CDU-Stadtverbandes geeignete Person zu finden, die in der Lage ist, die Partei zu einen."

Der CDU-Chef selbst ließ gestern wissen, dass er auf eine Unterstützerliste mit 30 Namen verweisen könne. Viele Leute aus Fraktion und Partei stünden hinter ihm und gäben ihm Kraft, durchzuhalten. Warum ihn einige Parteimitglieder "fertigmachen" wollten, könne er nicht verstehen. Er stehe zu dem Weg, den er eingeschlagen habe.

(nik)
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