Weeze: Dom-Orgel für St. Cyriakus

Weeze: Dom-Orgel für St. Cyriakus

Drei Jahre nach der Weihe der Hauptorgel wird in diesen Tagen das neu eingebaute Bombardwerk in der Weezer Pfarrkirche gestimmt. Am 20. Dezember soll die komplette Orgel von St. Cyriakus der Gemeinde vorgestellt werden.

Die Mitarbeiter von Siegfried Sauer, Orgelbaumeister aus Höxter, müssen sich sputen: In wenigen Tagen, am Sonntag, 20. Dezember, soll das Bombardwerk der Weezer Pfarrkirche geweiht und von einem Fachmann in Wort und Ton vorgestellt werden. Johannes Falke und Gregor Andrejewski stimmen derzeit noch das Fernwerk des Instruments, das einige Jahre nach Beginn der Orgel-Arbeiten in St. Cyriakus nun kurz vor der Vollendung steht. Gespielt wird es vom vierten Manual der Hauptorgel aus. Das Bombardwerk besitzt elf Register, mit der Hauptorgel zusammen sind es 54 Register.

460 000 Euro für den Umbau

40 Jahre lang erklang die Walcker-Orgel im Essener Dom, bevor sie an den Niederrhein kam. Die Kirchengemeinde St. Cyriakus bekam sie für einen symbolischen Preis, musste allerdings rund 460 000 Euro für den Umbau aufwenden.

Gestern stellte der Kirchbauverein, vertreten durch den Vorsitzenden Rudi Valkysers sowie Hans Georg Geenen und Hildegard Uffermann, das beinahe abgeschlossene Projekt der Presse vor. Mit dazu gebeten hatten sie Orgelbauer Sauer, der über den neuen Standort sehr glücklich ist.

"Für den Essener Dom war die Orgel einfach nicht geeignet. Dort stand sie seitlich, und der Klang wurde durch Säulen gestört. In St. Cyriakus hingegen hat sie ihren Platz mittig am Ende der Längsachse. Das Bombardwerk nimmt den seitlichen Raum auf halber Höhe des Kirchenschiffs ein, der schon die alte Orgel beherbergte."

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Die Besucher der Kirche werden eine gewaltige Klangfülle erleben, versprechen die Weezer Orgelfreunde. Auffällig – optisch wie akustisch – sind die waagerecht in den Kirchenraum hinein ragenden Pfeifen (Spanische Trompeten), die nur große Orgeln zu bieten haben. "Auf unserer Orgel haben schon viele bedeutende Organisten gespielt und diverse Folkwang-Musikhochschüler ihr Examen abgelegt", berichtet Valkysers stolz.

Dabei handele es sich jetzt eben nicht mehr um die "Essener Dom-Orgel", betont Sauer. "Die Konzeption ist neu, die technische Anlage sowie das optische Gehäuse sind neu." Nur musikalisch durften Hauptorgel und Fernwerk nicht verändert werden – diese Bedingung hatte das Essener Domkapitel an den "Verkauf" nach Weeze geknüpft.

Für die Weezer Hallenkirche, in der keine Säulen und Winkel den freien Klang stören, sei das Instrument perfekt geeignet, sagen alle Beteiligten.

Die Vorgängerin, eine kleine Seifert-Orgel, hat übrigens in Norddeutschland eine neue Heimat gefunden. Sauer hatte sie in Zahlung genommen, umgebaut und in ein historisches Gehäuse eingefügt.

(RP)
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