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DLRG-Taucher können jetzt in Kevelaer üben

Kevelaer : Taucher können jetzt in Kevelaer üben

Bislang mussten die DLRG-Einsatzkräfte aus der Marienstadt für ihr Training immer zu Seen der Umgebung fahren. Ab sofort steht ihnen ein Gewässer an der B9 zur Verfügung, dank der Kooperation mit einem Kiesunternehmen.

Matthias Kulcke ist als erster im Wasser. Bis zum Bauch steht er im See, reckt den Daumen in die Höhe und grinst. „Das ist echte Wohlfühltemperatur“, sagt der DLRG-Rettungstaucher. Nun gut, das ist vielleicht etwas übertrieben. Aber wenn Ende Oktober noch fast 20 Grad im Wasser herrschen, dann sind das für erfahrene Einsatzkräfte mehr als angenehme Temperaturen. Schließlich sind die DLRG-Leute auch schon bei vier Grad in Weeze unter das Eis getaucht.

Abstecher nach Weeze waren nötig, weil die DLRG-Ortsgruppe aus Kevelaer bislang über kein eigenes Übungsgewässer verfügte. Seit Freitag ist das anders. Da trainiert die Truppe zum ersten Mal am See in Hüdderath direkt an der B9. Durch den Initiativkreis „Zukunft Niederrhein“ kam Einsatzleiterin Nina Uehlenbruck in Kontakt mit Projektmanager Jürgen Tarter von der Teunesen Group.

 Am Ufer bereiten sich die Taucher auf das Training vor, wenig später gehen sie „an der Leine“ in den See.
Am Ufer bereiten sich die Taucher auf das Training vor, wenig später gehen sie „an der Leine“ in den See. Foto: Latzel

Das Unternehmen hat mehrere Baggerlöcher in der Region, unter anderem auch das, in dem die DLRG aus Weeze seit vier Jahren trainiert. Die Kiesfirma war sofort bereit, eine Kooperation mit der Gruppe in Kevelaer einzugehen. „Wir wollen die Taucher dabei unterstützen, unter natürlichen Bedingungen zu üben. Schließlich gibt es in den Gewässern immer mal wieder Unfälle, und dann ist es wichtig, dass die Taucher gut ausgebildet sind“, sagt Tarter.

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Das kann Leben retten: Denn neben den Helfern aus Weeze sind die DLRG-Aktiven aus der Marienstadt die einzigen Einsatztaucher im ganzen Kreis Kleve.

Die Kevelaerer sind mehr als froh über die neue Trainingsmöglichkeit. Bislang musste die Gruppe immer in umliegende Gewässer ausweichen und teilweise sogar bis in die Niederlande fahren. „Für uns ist das hier aus mehreren Gründen optimal“, sagt Nina Uehlenbruck. Einmal sei der Bereich abgetrennt, so dass man in Ruhe und ungestört üben könne. Zudem ist der See leicht für die DLRG zugänglich.

Hinzu kommt, dass das Gewässer den Tauchern derzeit auch ganz besondere Trainingsmöglichkeiten bietet. Da der See wegen des trockenes Sommers weniger Wasser hat, können die Lebensretter jetzt auch die so genannte Paralell-Suchmethode trainieren. Dabei läuft ein Leinenführer am Ufer immer hin und her und gibt dem Taucher im Wasser immer etwas mehr Leine. Auf diese Weise kann ein Bereich ganz systematisch abgesucht werden. Bei der Premiere wird die Suchmethode auch gleich einmal getestet.

Noch wichtiger ist den Tauchern aber, erst einmal einen Überblick über die Bedingungen am neuen Trainingsort in Kevelaer zu bekommen. „Da vorne beispielsweise geht es an einer Kante tief ins Wasser hinab“, sagt Nina Uehlenbruck und zeigt auf eine Stelle keinen Meter vom Ufer entfernt. Die Umgebung muss erst einmal genau untersucht werden. Gefährlich für die Taucher können vor allem so genannte Abbruchkanten sein. Das sind Kanten, die die Bagger beim Abgraben unter Wasser hinterlassen. Dort besteht die Gefahr, dass die Kanten brechen. Auch wo Bäume liegen, muss erst einmal herausgefunden werden. Denn unter Wasser kann das Gehölz zu brenzligen Situationen führen, wenn sich die Signalleine in den Ästen verfängt.

Zweimal pro Monat will die DLRG jetzt an dem Gewässer trainieren. Regelmäßige Übung ist auch die Voraussetzung, um die Erlaubnis zum Einsatz verlängern zu können. Dazu muss jeder Taucher im Jahr mindestens zehn Tauchgänge mit insgesamt 300 Minuten absolvieren.  Und nicht jeder wird bei solchen „Wohlfühltemperaturen“ wie bei der Premiere über die Bühne gehen.