1. NRW
  2. Städte
  3. Kevelaer

Diskussion vor vollen Stuhlreihen in Kevelaer: die Corona-Verordnung erlaubt es

Abend mit den Landratskandidaten in Kevelaer : Diskussion vor vollen Stuhlreihen: die Corona-Verordnung erlaubt es

Bei der Podiumsdiskussion in Kevelaer zum Thema Sport mit den Landratskandidaten war es manchem im Saal zu eng. Doch inzwischen ist kein Abstand mehr nötig.

Wahlkampf in Corona-Zeiten ist ohnehin ein Problem. Manches findet gar nicht statt, einiges im Internet und bei Veranstaltungen in der Realität sind Sicherheit und Abstand die obersten Gebote. Daher wunderte es manchen, dass die Besucher bei der Podiumsdiskussion mit den Landratskandidaten zum Thema Sport im Konzert- und Bühnenhaus ungewöhnlich eng zusammenrückten. Vor allem in den ersten Reihen saßen die Gäste ohne Maske eng an eng, was unter anderem in den Sozialen Medien für Kritik sorgte und die Frage aufwarf, ob gegen Abstandsgebote verstoßen worden war.

Veranstalter des Abends war der Kreissportbund, der Vorsitzende Lutz Sterman saß bei der Veranstaltung vorne. „Wir hatten uns vorher informiert und die Auskunft bekommen, dass ins Bühnenhaus 300 Personen kommen und auch nebeneinander sitzen dürfen“, sagt er. In den ersten Reihen hätten zudem zumeist Vertreter aus Vereinen gesessen, die ohnhein öfter miteinander zu tun hätten. Man kenne sich, treffe sich regelmäßig, das habe fast familiäre Strukturen, erläutert Sterman.

Zudem hätten viele gerade erst einen Test machen lassen. Auch Sterman selbst hatte nach einer Untersuchung das Ergebnis bekommen, coronafrei zu sein. Auch wenn einige Besucher zur Risikogruppe gehörten, gebe es eine besondere Vertrauensstruktur. Daher habe man sich auch unter diesen Bedingungen sicher gefühlt.

Vorne im Saal sei es vielleicht wirklich etwas eng gewesen. Beim nächsten Mal könne man das sicher anders regeln und die Besucher vielleicht großzügiger im Saal verteilen. Denn bei rund 60 Gästen wäre auch genug Raum gewesen, um Abstand zu lassen. Man habe aber mit mehr Besuchern kalkuliert und sich daher vorne dichter zusammengesetzt.

Die Regelung entspreche auch der neuen Corona-Schutzverordnung, erläutert Ludger Holla vom Fachbereich Sicherheit und Ordnung. Die Stadt habe die Zahl der Besucher im Bühnenhaus auf 300 Personen begrenzt, die könnten allerdings auch nebeneinander sitzen. „Wichtig ist, dass eine besondere Personenrückverfolgung gewährleistet ist“, erläutert Holla. Das ist im Bühnenhaus der Fall, weil jedem Gast ein fester Sitzplatz zugewiesen wurde. Im Falle einer Corona-Infektion könne so schnell und genau ermittelt werden, wer in unmittelbarer Nähe gesessen habe.

Landratskandidatin Silke Gorißen (CDU), die Gast bei der Podiumsdiskussion war, sagte, sie habe sich zu keinem Zeitpunkt unwohl gefühlt. Ihr Kontrahent Peter Driessen verwies darauf, dass die Abstände nach der Corona-Verordnung in Ordnung gewesen seien. „Es war an dem Abend viel von Selbstverantwortung die Rede, die muss dann auch jeder selbst in einer solchen Situation übernehmen.“

Die Podiumsdiskussion war die erste Veranstaltung im Bühnenhaus, die unter den neuen Bestimmungen über die Bühne ging. Die nächste steht bereits an: Am 10. September steht „Stunk unplugged“ auf dem Programm. Auch dafür sind 300 Karten zu haben. Jedem Besucher wird auch dann ein fester Platz zugewiesen.