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Tank-Tourismus lohnt nicht mehr: Diesel in Holland teurer als in Weeze

Tank-Tourismus lohnt nicht mehr : Diesel in Holland teurer als in Weeze

Die zahlreichen Diesel-Fahrer am Niederrhein kehren nach und nach an die deutschen Zapfsäulen zurück: Nach Jahren, in denen Weezer, Gocher und Kevelaerer zum Tanken ins Nachbarland fuhren, macht das jetzt erstmals keinen Sinn mehr.

Der Diesel ist in den Niederlanden erstmals teurer als im Kreis Kleve. Insbesondere am Montagabend lohnte sich das Tanken zum Beispiel in Weeze oder Goch: 1,38,9 Euro pro Liter waren vergleichsweise günstig. Nie zuvor gesehen: In der Schlange standen sogar niederländische Kunden. Die kamen früher nur rüber, um sich mit Benzin zu versorgen. Jetzt staunte Anna van Schayck aus Nieuw Bergen: "Ich hatte heute Morgen keine Zeit, zu Hause zu tanken und sah jetzt, dass Diesel in Weeze billiger ist als bei uns."

Die Pächter halten sich mit Erklärungen zurück. Ohne Namensnennung beschreibt einer jedoch die Preisfindung: Dreimal am Tag fährt ein Mitarbeiter in der Nachbarschaft herum (manchmal genügt auch ein Internet-Vergleich) und meldet dem Konzern online die Preise der Mitbewerber.

Zehn Minuten später bekommt er dann mitgeteilt, welche Preise er nehmen darf. Das "Grenzgeschäft" ist von Zufällen abhängig — zum Beispiel davon, ob die Mutter von Gaesdoncker Schülern mal schnell in Siebengewald nachsieht, was der Diesel dort kostet. Oder ein Weezer Pächter mal schnell einen Ausflug nach Well oder Bergen unternimmt, um sich dort ein Bild zu machen.

Wer gerne beim Tanken noch einen Schokoriegel kauft, sollte diesen in die Kalkulation einbeziehenn: Kann sein, dass ein teurerer Snack den um zwei Cent billigeren Sprit wettmacht.

(nik)