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Ausblick 2014 für Kevelaer: Die Stadt will Großprojekte anpacken

Ausblick 2014 für Kevelaer : Die Stadt will Großprojekte anpacken

Gradierwerk und Windpark stehen früh auf der Tagesordnung. Aus dem Traberpark wird ein Waldcampingplatz.

Die erste Sitzung eines Fachausschusses im neuen Jahr hat mit einem Thema zu tun, das der Entwicklung Kevelaers Auftrieb geben soll — es geht ums Gradierwerk. Dazu muss die Stadt bekanntlich den Flächennutzungsplan zum Gesundheits- und Erholungszentrum Hüls ändern.

Der Entwurf dazu wird im Stadtentwicklungsplan am Donnerstag, 9. Januar, der Politik vorgestellt und dann in die Offenlage gegeben. Ludger Holla, der zuständige Verwaltungsmann, nennt noch ein zweites wichtiges Thema, für das am selben Tag ein wichtiger Planungsschritt angesetzt ist: der künftige Windpark. Auch bei den Konzentrationszonen für die Windenergie steht der Beschluss zur Offenlage an.

Die Idee Hollas, einen "internationalen Windpark" zu schaffen, sprich einen gemeinsam mit den niederländischen Nachbarn, werde sich wohl nicht realisieren lassen. "Die Niederländer sind planerisch noch nicht so weit." Alle Kevelaerer Windkraftanlagen werden zwischen Traberpark und Wemb stehen — die bestehenden in den Bereichen Berendonk und Schwarzbruch sollen bleiben, in den Riedweyen neue hinzukommen.

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"Definitiv" werde es ein Beteiligungsmodell für die Bürger über die Stadtwerke geben. "Wer die Auswirkungen der Windräder spürt, soll auch vom Profit etwas haben", findet Holla. Die Anteilsscheine werde es bei einer Bank zu kaufen geben. "Baurecht kann, wenn der Kreis es genehmigt, schon im Frühjahr bestehen. Wann die Anlagen tatsächlich errichtet werden, hängt von den Investoren des Konsortiums ab." Gelöst werden muss noch (ebenso wie bei der parallelen Planung in Weeze) das Problem Airport: Der Abstand zu den Anlagen muss bei Sichtflugbedingungen doppelt so groß sein wie beim Instrumentenflug.

"Guten Mutes" ist Planer Holla, dass Gradierwerk und Ärztehaus 2014 realisiert werden und den Auftakt bilden zu Folgeinvestitionen wie Hotel oder gar Thermenlandschaft. Für die Innenstadt ganz wichtig: die Überplanung des Rathausumfelds. Dabei geht es nicht nur um den Peter-Plümpe-Platz samt Bushaltestelle für die Wallfahrt, sondern auch um die angrenzende Markt- und die Annastraße. An der Marktstraße geht es unter anderem um die Häuser 33-37, die entweder abgerissen oder umgebaut werden und als Passage in Richtung Bühnenhaus dienen sollen. Eine Planungswerkstatt — extern moderiert — soll die Bürger einbeziehen. Das neue Einzelhandelskonzept wirft die Frage auf, was aus dem Antwerpener Platz werden soll.

In Kevelaer Mitte wie auch in den Ortsteilen (dort nur für den Bedarf des jeweiligen Dorfes) soll wieder gebaut werden können. Barrierefreies Wohnen wird laut Holla bald in einem größeren Komplex westlich der Innenstadt möglich. Kervenheims Gewerbegebiet — dank eigenem Autobahnanschluss durchaus attraktiv — wird ausgebaut, so dass sich insbesondere Firmen aus dem Ort entwickeln können.

Thema bleibt auch der vieldiskutierte Traberpark, in dem bekanntlich ein Waldcampingplatz entstehen soll. Die Verwaltung sei bemüht, die "Kompromissfähigkeit von Trainern und Eigentümern auszuloten". Bekanntlich soll für den Campingplatz ein Teil der Rennbahn weichen, wodurch die Anlage für die Traber unattraktiver wird.

(RP)