Kevelaer: Die Post macht zu

Kevelaer : Die Post macht zu

In Kevelaer geht eine Ära zu Ende. Aus dem Gebäude an der Gelderner Straße zieht die Postbank aus. Einen Teil der Aufgaben übernimmt Baufuchs Vos.

Schon seit einiger Zeit kursieren Gerüchte über die Zukunft der Post an der Gelderner Straße in Kevelaer. Auch in der jüngsten Ratssitzung kam jetzt die Frage auf, was denn dort passiere. Bürgermeister Dominik Pichler konnte lediglich erläutern, dass er nur davon wisse, dass die Postbank ausziehe. Eben das hatte das Unternehmen vor kurzem bereits per Pressemitteilung verbreiten lassen. Weitere Informationen würden der Stadt nicht vorliegen.

Richtig ist: Offiziell geht nur die Postbank raus. Doch de facto endet für die Bürger damit die Geschichte der Post in Kevelaer zum 31. Juli. Denn mit dem Auszug der Postbank gibt es auch keinen normalen Postservice in dem Gebäude mehr. Alles wird in den Baumarkt Vos an der Ladestraße verlagert. Hier soll entsprechend umgebaut werden und "Post-Schalter" entstehen. "Wir haben dafür sechs Mitarbeiterinnen eingestellt und wollen später eine Doppelbesetzung an den Schaltern sicherstellen", erläutert Geschäftsführer Georg Vos.

Baufuchs Vos macht das Postservice-Angebot bereits im Markt in Veert. Hier seien die Erfahrungen sehr positiv, so Vos. Die Umsätze bei den Postdienstleistungen hätten sich im Laufe der Jahre deutlich positiv entwickelt. Wichtig sei es, auf Service zu setzen, das gelinge offenbar und werde von den Kunden honoriert, so Vos.

Seit 1999 gibt es den Service im Baucenter in Veert bereits. Wegen der guten Erfahrungen dort habe man immer engen Kontakt mit der Post gehabt und auch darauf hingewiesen, dass man auch für einen solchen Service in Kevelaer zur Verfügung stehe. Es habe immer geheißen, dass man der erste Ansprechpartner der Post sei, falls in dieser Richtung etwas geplant ist.

Anfang des Jahres bekam Georg Vos dann die Anfrage, ob er nicht die Dienstleistungen übernehmen kann. Das wird jetzt passieren. Zum 1. August eröffnet der Service als so genannte "Partnerfiliale" im Baumarkt.

Hier finden die Kunden dann später die üblichen Postangebote vor wie Paketaufgabe oder ähnliches. Gleichzeitig werden auch Ein- und Auszahlungen möglich sein.

Finanzierungsleistungen wird es im Baumarkt allerdings nicht geben. Wer Postbankkunde ist und Infos zu Baufinanzierung, Altersvorsorge oder Privatkrediten haben möchte, muss sich an die Postbank-Finanzberatung wenden.

Mit dem Schließen der Post wird auch der Geldautomat abgebaut, der derzeit noch vor dem Gebäude steht. "Die nächste Möglichkeit zur kostenfreien Bargeldversorgung finden die Kunden bei der Shelltankstelle", erläutert Ralf Palm, Sprecher der Postbank. Dort könnten Postbank-Kunden Geld abheben ohne dass man einkaufen oder tanken müsse. Der nächste Geldautomat, an dem Postbank-Kunden kostenlos Geld ziehen können, steht allerdings weiter entfernt: bei der Deutschen Bank in Geldern.

Von der Post wird nur noch der Zustellstützpunkt an der Gelderner Straße erhalten bleiben. Der Mietvertrag laufe noch, also laufe dort erst einmal alles weiter wie bisher, so eine Sprecherin der Deutschen Post AG. Gleichzeitig klang durch, dass die Post durchaus auch nach neuen Standorten Ausschau halte. Ältere Standorte würden den Anforderungen heute nicht mehr entsprechen. Vor allem, weil der Aufwand für den Paketdienst enorm zugenommen habe.

(zel)