Die Genehmigung für die OW 1 ist da

Planfeststellungsbeschluss übergeben : Die Genehmigung für die OW 1 ist da

Regierungspräsidentin Birgitta Radermacher hat am Dienstagabend in Kevelaer den Planfeststellungsbeschluss übergeben. Damit könnte der Bau der langersehnten Trasse im kommenden Jahr starten.

So weit, dass die Interessengemeinschaft Pro OW1 aufgelöst wird, ist es noch nicht. „Das passiert erst wenn wir mit einer offenen Kutsche über die neue Strecke fahren“, sagt Ditmar Schädel scherzhaft. Der Mann von Pro OW1 hat momentan allen Grund zur guten Laune. Jahrelang hat die Initiative für die Trasse gekämpft. Immer wieder war der Planfeststellungsbeschluss angekündigt und wieder verschoben worden, „sehr ermüdend“ sei das gewesen. „Aber wir mussten einfach daran glauben, dass es doch noch vorwärts geht“, sagt Schädel.

Am Dienstagabend gab es einen wichtigen Schritt. Regierungspräsidentin Birgitta Radermacher (CDU) überreichte die Genehmigung für die Trasse. „Sie haben lange auf diesen Beschluss gewartet“, sagte Radermacher. „Ich freue mich umso mehr, dass ich das Versprechen, das ich Ihnen im Oktober des vergangenen Jahres gegeben habe, halten und Ihnen heute den Beschluss aushändigen kann. Die Menschen werden davon profitieren und auch der Schutz der Niersaue ist gewährleistet.“

Foto: dpa

Als Dankeschön gab es im Anschluss an die Übergabe von der Initiative einen Blumenstrauß und ein Wallfahrtströpfchen für die Regierungspräsidentin. „Denn wir denken, dass es auch mit dem Wechsel in der Bezirksregierung zu tun hatte, dass es bei der OW 1 vorwärts ging“, sagt Schädel. Die Vorgängerin Anne Lütkes von den Grünen habe die Akte für die Strecke wohl immer ganz unten in den Stapel der anstehenden Projekte getan.

Mit dem Planfeststellungbeschluss verbindet die Initiative die Hoffnung, dass nun zügig gebaut wird. Es könne im nächsten Jahr – sofern es keine unerwarteten Klagen gibt – losgehen. Unter Minister Wüst soll der Etat des Verkehrsministeriums im nächsten Jahr um 97 Millionen Euro auf 2,8 Milliarden Euro erhöht werden, wobei allein die Ausgaben für Landstraßen um rund zwölf Prozent steigen sollen. Hiervon profitiert auch Kevelaer.

Beim Zeitpunkt für den Baubeginn ist Bürgermeister Dominik Pichler noch vorsichtig optimistisch. „So weit wie jetzt sind wir noch nie gewesen, aber es bleibt spannend, weil es immer noch Klagen geben könnte, die das Projekt verzögern“, sagt er. Die OW1 sei ein wesentliches Projekt für Kevelaer. Viel Verkehr quäle sich derzeit über die Rheinstraße, viele Pendler und auch Ausflügler zum Irrland nutzen die Strecke. „Wir freuen uns, dass Frau Radermacher Wort gehalten hat und wir jetzt einen Schritt weiter sind. Er hoffe, dass es jetzt zügig vorangehe und keine unliebsamen Überraschungen gibt.

Aber es gab nicht nur Jubel über die Genehmigung. Es gab kritische Fragen von Einwohnern zum Projekt, vor allem wegen der Auswirkungen auf die Natur in der Binnenheide. Die Regierungspräsidentin machte das Angebot, Fragen durch ihre Behörde klären zu lassen.

„Ich halte die OW1 für zwingend notwendig“, sagt Bürgermeister Dominik Pichler. Sie sei die logische Fortsetzung des Teilstücks, das bereits gebaut wurde und derzeit im Nirgendwo endet. Autofahrer müssen am Ende zurück auf die Bundesstraße 9 fahren und sich dann von dort Richtung Autobahn quälen.

 Für das Projekt läuft bereits das Flurbereinigungsverfahren. Damit werden die Flächen in dem betroffenen Gebiet neu geordnet, um zusammenhängende Grundstücke zu haben, über die die Trasse später führt. Einen Infotermin hat es bereits gegeben. Im Fokus stehen die Gespräche mit den Eigentümern der Grundstücke. Der Bau selbst wird etwa zwei bis drei Jahre dauern.

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