Die Fakten zum „Jahrhundertprojekt“ OW 1 in Kevelaer

OW 1 kostet 31,1 Millionen : Die Fakten zum „Jahrhundertprojekt“

Der geplante zweite Abschnitt der OW 1 ist 5,3 Kilometer lang. Das Land investiert hier 31,15 Millionen Euro. Zunächst werden jetzt die notwendigen Ausgleichsflächen angelegt. Die wichtigsten Fakten zur Ortsumgehung im Überblick.


Anfänge Von einem „Jahrhundertprojekt“ sprach auch Bürgermeister Dominik Pichler im Vorfeld. Tatsächlich reicht die Geschichte bis weit in das letzte Jahrhundert zurück. 1955 beantragte die Stadt eine Umgehungsstraße, um „die von Pilgern stark besuchte Innenstadt vom Durchgangsverkehr zu entlasten“.

Erster Bauabschnitt Der erste Bauabschnitt der Ortsumgehung wurde im Jahr 2002 für den Verkehr freigegeben. „Seitdem rollt schon weniger Verkehr durch den Wallfahrtsort am Niederrhein“, meint die Behörde Straßen.NRW. Der Abschnitt zwischen L 361 und Bundesstraße habe bereits für eine erhebliche Entlastung gesorgt, heißt es. Das Teilstück endet im Moment noch im Nirgendwo oben auf der Rampe zur B 9. Eben dort fand der symbolische Spatenstich statt.


Ziel Mit dem Bau der gut fünf Kilometer langen L486n soll die Innenstadt von Kevelaer weiter entlastet werden und auch der Ortsteil Winnekendonk wird profitieren. Hier rechnen die Planer mit mehr als 50 Prozent weniger Verkehr – vor allem auch in den Monaten, in denen Kevelaer von Tausenden Pilgern besucht wird. Die OW 1 verbindet Kevelaer direkt mit der Auffahrt Sonsbeck an der A 57.

Bauprojekte Allein fünf Bauwerke müssen auf dem 5,3 Kilometer langen Straßenzug errichtet werden. Neben der Niers werden die Dondert, der Dünnbachgraben, die Issumer Fleuth und der Water Forth überbrückt. Gleichzeitig führen parallel zu den Gewässern die Bundesstraße 9 und Wirtschaftswege unter der neuen Straße her, die Brücken überspannen so Räume zwischen sechs und knapp 200 Metern. Im Bereich der Issumer Fleuth bleibt mit 110 Metern zwischen den beiden Brücken-Widerlagern genug Platz, um einen Biotop-Verbund der bedeutsamen Fleuth-Aue zu gewährleisten.

Ausgleich „Straßenbau bedeutet auch immer einen Eingriff in die Natur. Wir nehmen bei unseren Planungen Rücksicht auf die ökologischen Gegebenheiten“, sagte Straßen.NRW-Regionalleiter Christoph Jansen. Zusätzlich zur angepassten Planung wie bei der Brücke über die Issumer Fleuth setzt Straßen.NRW Kompensationsmaßnahmen um. So wurde bereits auf mehr als 15 Hektar in der Niers-Aue das Gewässer renaturiert.