RP-Aktion Thema Darmkrebs: Die Einsicht kann Leben retten

RP-Aktion Thema Darmkrebs : Die Einsicht kann Leben retten

Die Gastroenterologen Dr. Hans Olejnik und Dr. Karsten Gadow beantworten Fragen der RP-Leser rund um das Thema Darmkrebs und Vorsorge. Die Mediziner warten am morgigen Mittwoch, 4. März, von 17 bis 18 Uhr, auf Anrufe.

Kreis Kleve (RP) Jahrelang nichts gespürt und plötzlich ist er da: Darmkrebs schleicht sich an. Zahlen darüber, wie tückisch und gefährlich diese Erkrankung ist, gibt es konzentriert mindestens einmal im Jahr. Der Monat März ist traditionell der Vorsorge gegen diesen Krebs gewidmet.

Einblick ins das Innere des menschlichen Darms. Foto: WWW.ORGANMODELLE.DE

2010 erkrankten nach Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) 67 000 Menschen an Darmkrebs. Mehr als 26 000 sind daran gestorben. Darmkrebs ist weiterhin die zweithäufigste Krebserkrankung in Deutschland. So erschreckend hoch diese Zahl auch ist, wenn er rechtzeitig erkannt wird, ist er fast immer heilbar. Deshalb kommt der Früherkennung ein extrem hoher Stellenwert zu.

Auch die Rheinische Post beteiligt sich im Rahmen einer Telefonaktion mit den beiden Gocher Gastroenterologen Dr. Hans Olejnik und Dr. Karsten Gadow an den Vorsorgetagen, die unter dem Motto "Darmkrebs? - Ich bin dabei!" stehen. Am Mittwoch, 4. März, werden die Gocher Ärzte den RP-Lesern für Fragen zu dem Thema zur Verfügung stehen.

Der Gang zum Gastroenterologen gehört für viele nicht zu den angenehmsten. Zu Unrecht, ist doch die Untersuchung durch eine Kurznarkose schmerzfrei und belastet kaum.

Das Vorsorgeprogramm in Deutschland gehört im internationalen Vergleich zu den umfangreichsten. Die gesetzlichen Krankenkassen bieten ab dem 50. Lebensjahr jährlich einen Stuhlbluttest und ab dem 55. Lebensjahr eine Darmspiegelung (Koloskopie) an, die nach zehn Jahren einmal wiederholt werden kann, wenn die Erstuntersuchung unauffällig war. Alternativ besteht die Möglichkeit, alle zwei Jahre einen Stuhlbluttest durchzuführen. Bei einer Darmspiegelung kann der Darmkrebs frühzeitig erkannt werden. Gleichzeitig werden dabei gutartige Polypen, die zu Krebs entarten können, entfernt.

Darmkrebserkrankungen und Todesfälle durch Darmkrebs könnten auch vermieden werden, wenn die Altersgrenzen für die Teilnahme an der Früherkennung flexibel gehandhabt würden. Aufgrund des höheren Risikos für eine Darmkrebserkrankung sollten Männer vor dem 50. Lebensjahr Zugang zu Beratung und Stuhltests sowie Verwandte ersten Grades von Darmkrebs-Patienten spätestens ab dem 45. Lebensjahr Zugang zur Darmspiegelung haben. Sowohl das Krebsfrüherkennungs-Registergesetz als auch der Nationale Krebsplan sehen dies vor; eine Umsetzung steht noch aus.

Auch wenn Darmkrebs in vielen Fällen dank der Vorsorgeuntersuchungen rechtzeitig aufgespürt und behandelt werden kann, ist die Krankheit bei etwa 25 Prozent der Patienten zum Zeitpunkt der Diagnose bereits fortgeschritten. Das bedeutet, dass sich die Krebszellen in weitere Organe, wie etwa Leber oder Lunge, verteilt und dort Metastasen gebildet haben. Die Voruntersuchung verfehlt ihre Wirkung nicht. Ein deutliches Zeichen dafür ist, dass sich immer weniger Menschen in Deutschland wegen Darmkrebs im Krankenhaus behandeln lassen müssen. Zwischen 2005 und 2012 sei die Zahl der Betroffenen um 21 Prozent gesunken, berichtet eine Krankenkasse und verweist auf ihren aktuellen Krankenhausreport. Der Weg zum Gastroenterologen ist zweifellos einer, der sich lohnt.

(RP)
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