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Die CDU in Kevelaer wählt Mario Maaßen als Bürgermeisterkandidat.

Kommunalwahl in Kevelaer : Mario Maaßen fordert Pichler heraus

Nach der turbulenten Mitgliederversammlung Anfang März, die im Rücktritt von CDU-Chef Paul Schaffers gipfelte, ging es am Dienstagabend versöhnlicher zu. Die Kevelaerer CDU wählte ihren Bürgermeisterkandidaten einstimmig.

Die CDU Kevelaer hat endlich Klarheit: Mario Maaßen wird die Partei als Bürgermeisterkandidat in die Kommunalwahl am 13. September führen. Zu diesem einstimmigen Ergebnis (bei drei Enthaltungen) kam die Mitgliederversammlung am Dienstagabend im Konzert- und Bühnenhaus der Stadt. Nachdem die CDU Anfang März noch für einen wahren Paukenschlag und innerparteilichen Konflikt gesorgt hatte, als der Vorschlag, keinen eigenen Kandidaten für die anstehende Kommunalwahl aufzustellen, überraschend abgelehnt wurde, herrscht also erstmal wieder Einigkeit für den nun anstehenden Wahlkampf.

Einigkeit herrschte auch, als der erste Applaus des Abends durch das Konzerthaus schallte. Der galt allerdings einem Mann, der selbst gar nicht vor Ort war: dem Ex-Vorsitzenden Paul Schaffers. Der ehemalige CDU-Chef zog Anfang März noch während der laufenden Sitzung persönliche Konsequenzen, trat als Vorsitzender zurück und legte später auch sein Ratsmandat nieder. Damals stimmten nur 33 Mitglieder für seinen Vorschlag, keinen Bürgermeisterkandidaten aus den eigenen Reihen zu nominieren – 43 CDUler waren dagegen.

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„Wir waren damals alle verwundert“, erinnerte sich Michael Kamps, kommissarischer Parteivorsitzender, auf der Mitgliederversammlung am Dienstagabend. „Paul Schaffers hat die Partei in einer schweren Zeit übernommen und sie vereint. Ich bin sicher, dass wir ihm auf der nächsten Mitgliederversammlung gebührend danken und ihn verabschieden können.“ Diese Entscheidung der CDU-Mitglieder sei damals aber eben auch ein Auftrag für den Parteivorstand gewesen. „Wir haben nach vorne geblickt und mit Mario Maaßen einstimmg einen Kandidaten für das Amt aufgestellt“, erklärte Kamps.

Und Maaßen erhielt nun – gut zwei Monate später – auch das Vertrauen der restlichen Partei. 66 von 69 stimmberechtigen Mitgliedern gaben ihm für die Ernennung zum Bürgermeisterkandidaten ihre Zustimmung. Drei Mitglieder enthielten sich. Schon vor der einstimmigen Wahl schaltete Maaßen bei seiner Rede in den Wahlkampfmodus und warf einige politische Spitzen in Richtung des amtierenden Bürgermeisters Dominik Pichler. „Wir haben ihn als CDU unterstützt, hätten aber in der Vergangenheit bei einigen Aspekten auch deutlicher Kante zeigen können“, so Maaßen. Vor allem dessen Kandidatur aus dem Amt, anstatt als offizieller Kandidat der SPD, nahm der CDU-Politiker kritisch in den Blick: „Es mutet doch schon seltsam an, wenn sich die SPD einstimmig hinter die Kandidatur stellt, Pichler aber aus dem Amt kandidieren will.“

Für seine Kandidatur hat sich der 53-Jährige einige große Themen auf die Fahne geschrieben: Digitalisierung der Verwaltung, moderne Wirtschaftsförderung, Entwicklung der Mobilität, Stärkung von Alt und Jung. Natürlich nahm sich Maaßen auch das Thema Corona vor: „Ich sehe die CDU besser aufgestellt als jede andere Partei in Kevelaer, um die Corona-bedingten Probleme und Herausforderungen zu lösen“, erklärte Maaßen und ergänzte. „Und mit euch und den Ratsmitgliedern sehe ich mich gut gerüstet, am Ende des Wahlkampfes den Posten des Bürgermeisters bekleiden zu können.“

Ganz ohne Aufreger kam die Sitzung aber nicht aus. Bei der Aufstellung der Kandidaten für die Ratsmitgliedschaft griff Rudolf Beerden den Parteikollegen Jörg Ambroz scharf an. Ambroz, Mitglied der Ratsfraktion und Polizist, soll sich Verfehlungen im Beruf geleistet haben. Beerden sprach von Verfahren wegen Körperverletzung und Freiheitsberaubung. Dies sei nicht mit den Werten der CDU vereinbar. Er forderte die Mitglieder auf, gegen Ambroz zu stimmen. Der verteidigte sich und merkte an, dass er für kein Fehlverhalten belangt wurde. Am Ende wurde seine Kandidatur – wie von allen Bewerbern – bestätigt.