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Die Bilanz der Jagd auf den Eichenprozessionsspinner in Kevelaer

Fünf Maßnahmen in Kevelaer gegen den Eichenprozessionsspinner : Die Bilanz der Raupenjagd

Auch in Kevelaer sorgte der Eichenprozessionsspinner für Probleme. Man rückte ihm gleich mit mehreren Maßnahmen zu Leibe. Ein Vergleich.

Wenn es nach den Anrufen der Bürger geht, dann ist Ludger Holla von der Stadtverwaltung sicher, dass es in diesem Jahr eine massive Raupenplage gegeben hat. „Viele haben sich bei uns gemeldet und berichtet, wo sie die Raupen gesehen haben, verbunden mit dem Hinweis, das Tier zu bekämpfen“, berichtet er. Die Kommune sei massiv gegen den Eichenprozessionsspinner vorgegangen, stellt Holla klar. Alle Bäume seien kartiert, Problembereiche gekennzeichnet und in Angriff genommen worden. Die Problemfälle seien zumeist Privatgrundstücke, da sei die Stadt nicht zuständig und jeder selbst für die Bekämpfung verantwortlich. Auch Johannes Baaken vom Bauhof bestätigt, dass man diverse Maßnahmen gestartet hat, um die Raupe zu bekämpfen, zuletzt noch in der vergangenen Woche. Jetzt steht die Raupensaisoon kurz vor dem Ende, weil das Tier sich zumeist verpuppt hat. Anlass, eine Bilanz des Kampfes gegen die Raupe in Kevelaer zu ziehen.

 Die Falle von Ingo Bross war in Kevelaer erfolgreich.
Die Falle von Ingo Bross war in Kevelaer erfolgreich. Foto: Latzel

Spritzen Erstmals hat die Kommune in besonders problematischen Bereichen eine Firma die Bäume prophylaktisch spritzen lassen. Das geschah vor allem im Umfeld von Sportanlagen. Dort habe es 2019 so großen Befall gegeben, dass sogar im Raum gestanden hat, einzelne Bereiche zu schließen. Das Mittel, das gespritzt wurde, soll laut Fachfirma nur den Spinner bekämpfen.
Fazit Das Spritzen hat sehr guten Erfolg gehabt, die Kommune überlegt, die Aktion im kommenden Jahr vielleicht noch auszuweiten.

Absaugen Eine Fachfirma aus Kevelaer war mehr als eine Woche im Einsatz. Sie habe in dieser Zeit viel zu tun gehabt.
Fazit Effektiv, hilft aber nur punktuell.

Nistkästen Mit Unterstützung des Heimat- und Verschönerungsvereins sind Nistkästen unter anderem am Voorter Dyck in Twisteden aufgehängt worden. Ziel war, dass sich dort Meisen einquartieren und die Raupen als neue Lieblingsspeise entdecken.

 Auch Meisen machen Jagd auf die Raupe.
Auch Meisen machen Jagd auf die Raupe. Foto: dpa/Silas Stein
  • Die Raupe des Eichenprozessionsspinners breitet sich
    Problem in Brüggen : Eichenprozessionsspinner breitet sich aus
  • Bürgermeister Dominik Pichler mit der Corona-App.⇥RP-Foto:
    Corona-Lage in Kevelaer : Auch der Bürgermeister hat die Corona-App auf dem Handy
  • Die Schulministerin bekommt Post aus Kevelaer.
    Man will die Schüler schnell unterstützen : Tablets für Schüler: Appell aus Kevelaer an die Schulministerin

Fazit Tatsächlich sind die Nistkästen gut angenommen worden. Der Erfolg sei allerdings eher bescheiden gewesen. Vom Öko-Faktor her ist das mit Abstand die beste Variante.

Raupenfalle Ein Erfinder aus Rees hat die Falle erfunden, die Kevelaer rund um das Schulzentrum eingesetzt hat. Ein bestimmter Botenstoff lockt die Tiere in die Falle, wo sie dann durch die Sonnenhitze abgetötet werden.
Fazit Die Fallen sind sehr effektiv, hat Baaken beobachtet. Auch ökologisch seien sie sehr zu begrüßen. Allerdings sind die Fallen im Vergleich ziemlich teuer, was auch daran liegt, dass der Reeser darauf ein Monopol hat und sich vor Nachfragen kaum retten kann.

Abflämmen Ein Mitarbeiter des Bauhof hat noch in der vergangenen Woche einige Nester gezielt abgeflämmt.
Fazit Gute Möglichkeit für den Bauhof, gezielt und schnell zu reagieren, hilft aber nur punktuell und birgt an Dürretagen auch eine gewisse Brandgefahr.