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Kevelaer: Die Bauern und ihre Traktoren

Kevelaer : Die Bauern und ihre Traktoren

Traktoren sind nicht nur größer und schneller geworden – sie sind mittlerweile mit Hightech ausgestattet. Arbeiten auf dem Acker, die den Landwirt früher viele Stunden und Kraft gekostet haben, funktionieren heute reibungsloser.

Traktoren sind nicht nur größer und schneller geworden — sie sind mittlerweile mit Hightech ausgestattet. Arbeiten auf dem Acker, die den Landwirt früher viele Stunden und Kraft gekostet haben, funktionieren heute reibungsloser.

Die beiden Traktoren trennen fast 40 Jahre, fast zwei Meter in der Höhe, mindestens ein Meter in der Breite, drei Zylinder und satte 110 PS. Die Elektronik lässt sich nicht vergleichen: Beim John- Deere-Modell von 1971 sucht man elektronische Hilfsmittel vergeblich. Wie er da neben dem Deutz-Fahr-Modell "Agrotron 150" von 2009 steht, zeigt nicht nur der Rost am 40 Jahre alten John Deere, wie die Zeit das Bild der Landmaschinen verändert hat.

Landwirt Gerd Grüntjens-Denißen erinnert sich noch gut an die Fahrten mit dem John-Deere-Traktor, als er Mitte der 70er in den Betrieb einstieg. Die alten Zeiten, als Traktorfahren noch körperliche Arbeit war, vermisst er nicht. "Nein", sagt der Twistedener lachend, "auf die heutige Technik will ich nicht verzichten." Die Arbeit auf dem Acker sei mit den Maschinen von damals alles andere als "romantisch" gewesen", betont der 56-Jährige. Die Traktoren, auf denen er vor 30 Jahren noch unterwegs war, hatten kein Verdeck, geschweige denn eine klimatisierte Kabine; um das Lenkrad ohne Servolenkung zu drehen, brauchte es Kraft. Die Hilfsmittel, mit denen moderne Traktoren ausgestattet sind, seien heute unverzichtbar, sagt Grüntjens-Denißens Sohn Andreas Denißen.

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Neben der Schweine- und Bullenmast betreiben die Eltern Gerd und Anne sowie Sohn Andreas Ackerbau — auf fast 90 Hektar. Mais für die Bullen, Kartoffeln und Rüben für den Handel. Dafür sind zwei Traktoren im Einsatz — Deutz-Fahr- Modelle. Einer hat 150, der andere 120 PS. Der Preis: "Pro PS kann man 600 Euro rechnen — plus Extras", erklärt Andreas Denißen, der seit vier Jahren im Familienbetrieb arbeitet. Die Traktoren sind "echte Allround-Maschinen", so der Vater. Mit ihrer ausgefeilten Hydraulik vielseitig einsetzbar: Schleppen, kippen, säen, pflügen — alles, ohne ins Schwitzen zu kommen.

Im Cockpit wimmelt es von Schaltern, Knöpfen und Joysticks. "Vielen Landwirten bereitet der scheinbare Überfluss an Elektronik Probleme. Zumindest, wenn sie das Gerät neu haben", sagt GrüntjensDenißen senior. Auch ihm falle es hin und wieder schwer, bei der rasanten technischen Entwicklung mitzuhalten. Dem Sohn, 31, erschließt sich die Technik zügiger. "Ich bin damit ja auch aufgewachsen. Es ist beeindruckend, was sich in zehn Jahren getan hat." Mittlerweile nutzen die Landwirte Satelliten-Unterstützung (GPS-Systeme). Damit lasse sich beispielsweise beim Säen exakt bestimmen, wo das Saatgut abzulegen sei, erklärt Andreas Denißen. Sein Vater ist sich sicher: "In wenigen Jahren werden für die Traktoren keine Fahrer mehr gebraucht." Das werde dann vollautomatisch funktionieren.

(RP/url)