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Kevelaer: Deutsch werden mit der VHS

Kevelaer : Deutsch werden mit der VHS

Die Volkshochschule Goch-Kevelaer-Weeze bietet Tests für Ausländer an, die Deutsche werden wollen. Voraussetzung: gute Sprachkenntnisse. Angemeldet hat sich bisher noch niemand.

kevelaer / weeze Der VHS-Berater selbst ist kein Deutscher und käme nicht im Traum darauf, seine Staatsbürgerschaft zu ändern. Aber Norman Payne weiß auch, dass er als Brite, der seit 33 Jahren in Deutschland lebt, in einer anderen Situation ist als vielleicht Türken oder Iraner. Payne ist EU-Bürger und hat bis aufs Wahlrecht die selben Rechte wie seine deutschen Freunde. Immerhin kann sich der Engländer gut in das Denken und Empfinden anderer „Ausländer“ hinein versetzen. Und er freut sich auf die Begegnungen.

Nicht für EU-Bürger

Der Einbürgerungstest ist nicht für EU-Bürger gedacht und auch nicht für Aussiedler – die sind schließlich, egal, wie’s mit der sprachlichen Kompetenz aussieht, Deutsche. „Es geht darum, dass Leute, die sich vielleicht beruflich benachteiligt sehen oder die in der neuen Heimat nicht die Fremden bleiben wollen, die Möglichkeit bekommen sollen, die Staatsangehörigkeit des Wahllandes anzunehmen“, sagt Theo Reintjes, Leiter der Volkshochschule. Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge hat den Volkshochschulen des Landes die Prüfungen und Kurse angedient – „das empfinde ich durchaus als Vertrauensbeweis“, sagt Reintjes.

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Da das Thema mitten im Semester an die VHS heran getragen wurde, stehen die Termine noch nicht im Programmheft. Deshalb kann Reintjes auch nicht beurteilen, wie groß die Nachfrage sein wird. Anmeldungen gibt’s noch nicht, bloß Interessensbekundungen aus den Reihen der Sprachkurs-Teilnehmer. „Wir beginnen erst einmal mit Prüfungen für solche Leute, die sich relativ sicher sind, den Test zu bestehen. Sie müssen so gut Deutsch sprechen, dass sie im Alltag gut zurecht kommen.“ Geprüft wird nicht die sprachliche Sicherheit (die ist Voraussetzung), sondern gesellschaftskundliches Wissen. Spätestens drei Wochen vor dem Test müssen sich die Bewerber anmelden, denn die VHS muss für jeden individuell die Unterlagen bestellen. In einem versiegelten Umschlag kommen dann 33 Fragen pro Einbürgerungswilligem an. Erst zur Prüfung werden die Umschläge geöffnet. Damit Betrug ausgeschlossen ist: Ausweis mitbringen!

Vermutlich ab Februar wird’s dann Einbürgerungskurse geben. „Wir sind dabei, Dozenten für Kevelaer und Goch zu gewinnen, die politisches, historisches, wirtschaftliches und soziales Basiswissen vermitteln“, erklärt Reintjes. Unterlagen gibt’s vom Bundesamt, die VHS will aber alles didaktisch-methodisch so aufbereiten, dass es kein reines Auswendiglernen der 333 Fragen wird. Die künftigen Bundesbürger sollen schließlich auch das Gefühl bekommen, sich gut auszukennen. Einige Wochen nach dem bestandenen Test können sie ihren neuen Ausweis entgegen nehmen.

(RP)