David Burau: Der neue Pastor der Baptisten in Kevelaer

David Burau: Der neue Pastor der Baptisten in Kevelaer

David Burau ist mit seiner Familie von Rostock in die Marienstadt gezogen. Er betont den Glauben im Alltag, der nicht mit der Predigt am Sonntag endet. Er freut sich und ist gespannt auf die Zusammenarbeit mit den Kirchen vor Ort.

Auf den ersten Blick sieht David Burau nicht so aus, wie man es von einem Pastor erwarten würde. Er trägt ein Flamingo-T-Shirt und ein schwarz-weiß-kariertes Käppi. „Anzug trage ich eigentlich nie“, sagt der 34-Jährige lachend. Seit dem ersten August ist er Pastor der Baptistengemeinde in Kevelaer in der Händelstraße.

Baptisten, das klingt vielleicht für einige fremd, in Amerika wäre das nicht der Fall. Martin Luther King war Baptistenpastor. Um den Jahrestag seiner historisch bedeutsamen Rede „I have a dream“ findet zum Beispiel die interreligiöse Friedenswallfahrt in Kevelaer statt.

Die Kevelaerer Baptisten zählen zu den evangelisch-freikirchlichen Gemeinden. Dazu gehört, dass sich für Religionsfreiheit eingesetzt wird. Baptisten, das bedeutet übersetzt auch Täufling. Es gibt bei den Baptisten keine Kindertaufe wie in der Landeskirche. „Die persönliche Entscheidung des Einzelnen hat einen besonderen Stellenwert“, erklärt Burau. Deswegen werden Erwachsene getauft, oder auch Teenager, die aus fester Überzeugung sagen können, dass sie ein Leben mit Gott wollen. „Freikirchlich“ bedeutet auch, dass die Gemeinde nicht staatlich gefördert wird. Kirchensteuer gibt es nicht. Die Gemeinde finanziert sich rein aus Spenden, und das funktioniert. „Ich glaube, weil die Leute sich bewusst entscheiden, zur Gemeinde zu gehören“, sagt Burau.

Die Glaubensüberzeugung unterscheidet sich im Kern nicht von den katholischen oder evangelischen Gläubigen. Der Baptistenpastor zitiert aus dem apostolischen Glaubensbekenntnis. Gott als Vater, Jesus Christus als Gottessohn und der Heilige Geist kommen darin vor. „Wir haben alle unsere Traditionen und setzen bestimmte Schwerpunkte des Glaubens, die sich nicht ausschließen, sondern ergänzen“, sagt Burau über das Nebeneinander von katholischen, evangelischen und evangelisch-freikirchlichen Christen. „Die katholische Kirche hat eine lange Tradition. Das ist auch ein Schatz und eine ganz andere Spiritualität, die die Menschen bewegt“, sagt der Baptistenpastor.

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Ob ihm denn schon aufgefallen sei, dass Kevelaer besonders katholisch geprägt sei? Der Pastor lächelt. „Ich finde das sehr spannend. Das hatte ich bis jetzt noch nicht“, sagt der 34-Jährige. Mit seiner Frau Dorothea und den drei Kindern war er zuvor fünf Jahre in Rostock Pastor. Dort hatte er eine halbe Stelle und war für drei Gemeinden zuständig. Ja, es gebe dort schon viele Freikirchen. Aufgewachsen ist er in Bielefeld. Den christlichen Glauben hat er im Elternhaus kennengelernt.

Er betont, dass der Glaube und das christliche Leben für ihn nicht mit der Predigt am Sonntag erledigt ist. „Das macht nicht mein Leben als Pastor aus.“ Sondern, wenn er vom Evangelium, der guten Botschaft von Gott, spricht, dann habe das etwas Lebensveränderndes, es habe mit Hoffnung zu tun. Das hat er zum Beispiel ganz praktisch erlebt, als es um Fälle von Kirchenasyl in Rostock ging. Zwei Abschiebebescheide seien aufgehoben worden. Natürlich habe man auch in der Zeit gebetet. „Da geschieht etwas, über das, was wir selbst machen können, hinaus, wenn wir uns Gott anvertrauen“, nennt er seine Erfahrung. In Rostock habe man sich auch mit Gläubigen anderer Konfessionen getroffen. „Ich habe große Hoffnung, das im Miteinander viel entstehen kann“, lädt er dazu ein, aufeinander zuzugehen. Das sollen die Menschen auch ruhig bei ihm , als „Neuen“ tun. „Menschen sollen einfach auf mich zukommen und Fragen stellen“, lautet sein Wunsch.

Termin Am Sonntag, 9\. September, um 10 Uhr ist der Gottesdienst mit der offiziellen Einführung von David Burau als Pastor. Adresse: Händelstraße 40 in Kevelaer.

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