Der neue Heimatkalender des Historischen Vereins hat Kevelaer als thema

Buchvorstellung in Kevelaer : Kevelaerer Ansichten

Der neue Heimatkalender des Historischen Vereins für Geldern und Umgegend ist veröffentlicht. Schwerpunkt ist diesmal die Wallfahrtsstadt. Doch auch die umliegenden Kommunen sind vertreten. Es gibt mehr als 30 Autoren.

Der Geldrische Heimatkalender hat Tradition. Seit dem Zweiten Weltkrieg ist er 71mal erschienen, davon 44 mal unter der Regie des Historischen Vereins für Geldern und Umgegend. „Doch er ist immer wieder innovativ“, betonte Vereinsvorsitzender Gerd Halmanns bei der Vorstellung der aktuellen Ausgabe. Denn die Beiträge seien immer wieder neu und original. Auch diesmal, so Halmanns, haben mehr als 30 Autoren für eine Mischung gesorgt, die für jeden etwas bereit halte. „Kritisches, Nostalgisches, Lustiges, Lehrreiches und Entspannendes“, schlug er den Bogen.

Die Präsentation des Buches fand am Donnerstag im Niederrheinischen Museum in Kevelaer statt. Denn die Wallfahrtsstadt steht im Mittelpunkt des Heimatkalenders. Gleich fünf Beiträge sind ihr gewidmet. Was auch Museumsdirektorin Veronika Hebben freute, die als „Hausherrin“ unter den Gästen die stellvertretende Landrätin Hubertina Croonenbroek und den stellvertretenden Bürgermeister Johann Peter van Ballegooy begrüßte. Der outete sich als Fan des Druckwerks. „Der Geldrische Heimatkalender gehört seit 1966 zu meinen regelmäßigen Buchkäufen“, sagte er. Er sei eine Fundgrube für Kunst, Geschichte, Architektur und Sprache. Keinen Zweifel hegt der stellvertretende Bürgermeister daran, dass dieses „Schatzkästchen“ auch weiter so bestehen bleibe.

Redaktionsmitglied Matthias Schrör gab einen kurzen Abriss über die Themen des neuen Heimatkalenders. Er wird eingeleitet von einem aktuellen Städteporträt Kevelaers. Ein Feuerblasrohr aus dem Museum wird vorgestellt. Ein Beitrag beschäftigt sich mit der Orientierung und Positionierung der mittelalterlichen Kirchen der Stadt.

Mit dem neuen Heimatkalender (v.l.): Gerd Halmanns, Hubertina Croonenbroek, Veronika Hebben, Johann Peter van Ballegooy und Matthias Schrör. Foto: Klatt

Doch auch die Kommunen aus der Umland von Kevelaer sind mit mindestens einem Beitrag vertreten. Das riesige Gelände von Laarbruch wird in seiner Eigenschaft als Biotop vorgestellt. Ein Thema ist, wie sich im Mittelalter Friedrich Barbarossa und der Graf von Geldern gegen die Rheinhochwasser wehrten. Ein Beitrag kommt auf das verschwundene Spiegelobjekt in der Sparkasse Geldern zu sprechen und ordnet es kunstgeschichtlich ein. Was eine Katze mit drei Pfoten in Aldekerk vor rund 100 Jahren trieb erfährt der Leser ebenso wie die Geschichte über einen verschwundenen Pfarrer in Issum und über einen in Tränen aufgelösten Kaiser Wilhelm II. Die Mundart fehlt auch diesmal nicht, zum Beispiel durch die Auflistung von Redewendungen auf Sevelener Platt.

Überreicht bebildert ist der Geldrische Heimatkalender auch wieder. Fotoserien dokumentieren den Gelderntag vom September 2018, führen auf eine kleine Rundreise durch das christliche Kevelaer und bieten auch sonst jede Menge Impressionen aus der Wallfahrtsstadt und seinen Ortschaften.

Der Brunnen am Roermonder Platz. Foto: Dirk und Bruno Langer

Halmanns warb dafür, den Heimatkalender zu kaufen, auch wenn er, nicht zuletzt wegen gestiegener Papierpreise, einen Euro teurer geworden sei. Es sei angesichts der Medienflut auch nicht einfach, die Auflagenzahl – rund 2500 – zu halten. Helfen können man auch auf eine andere Art und Weise: „Werden Sie Mitglied im Historischen Verein.“

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