1. NRW
  2. Städte
  3. Kevelaer

Der Fischotter lebt am Niederrhein gefährlich

Tier kehrt ins Gelderland zurück : Der Fischotter lebt hier gefährlich

Das Tier kehrt offenbar an den Niederrhein zurück. Allerdings lauern hier Gefahren für den putzigen Nager. Erst vor kurzem wurde wieder ein totes Tier gefunden. Daher soll die Region sicherer gemacht werden.

Bis 1920 gab es in Deutschland noch in vielen Kochbüchern Rezepte für die Zubereitung von Otterfleisch. Ein ganz wichtiger Hinweis findet sich am Anfang: „Trennen Sie zunächst den Kopf ab, denn der ist hässlich.“ Der Otter, ein schlanker Jäger mit Krallen und einem beachtlichen Gebiss, wurde nicht nur wegen seines Fleisches gejagt, das als Fisch galt und deshalb in der Fastenzeit gegessen wurde. Ebenso beliebt war sein Fell, das mit 120.000 Haaren pro Quadratzentimeter genauso dicht ist wie das eines ganzen Schäferhundes. Dies waren zwei Gründe, die die putzigen Nager aus Nordrhein-Westfalen verschwinden ließen. Doch die Region scheint ihm zu liegen, denn Experten sind sicher: Der Otter ist zurück.

Schon seit mehreren Jahren gab es immer mal wieder Hinweise auf eine Rückkehr des Tiers. Eine Wildkamera hatte Aufnahmen eines Otters im Kreis Heinsberg geschossen, am niederländischen Schwalmufer wurden Otterspuren gefunden, und einen handfesten Beweis gab es in Weeze. Hier fand man ein totes Exemplar.

  • Wesel 1945
    Ende des Zweiten Weltkriegs : Tod und Zerstörung am Niederrhein
  • Im Januar hatten (v.l.) Achim Fischer
    Berufs-Infotag im Rhein-Kreis Neuss : „Check In Berufswelt“ findet im Oktober statt
  • Guido Lohmann, Vorstandschef der Volksbank Niederrhein
    Corona-Krise : Diese Hilfe gibt es für die Wirtschaft in der Region

Das Naturschutzzentrum des Kreises Kleve beobachtet schon lange, dass der Nager sich langsam in die Region vortastet. Bekannt sei, dass ein oder zwei Tiere kurz hinter der niederländischen Grenze ihr Revier hätten, erläutert Sebastian Wantia, Biologe des Naturschutzzentrums. Die würden auch regelmäßig in den Bereich der Düffelt kommen und womöglich auch weiter. Die Niers sei für den Otter ideal. Denn der liebt flache Gewässer. Denkbar sei auch, dass sich die Tiere mal in den Teichen der Region umsehen. Um Baggerlöcher dagegen würden sie eher einen Bogen machen, weil die zu tief seien.

Es sei aber durchaus auch denkbar, dass der Otter sogar die Rheinseite wechselt. Als Jagdrevier sei der Fluss für das Tier zwar nicht geeignet, aber dass er durch den Rhein auf die andere Seite schwimme, sei durchaus vorstellbar.

Allerdings hat der Biologe für alle Otterfreunde eine traurige Nachricht. Ende Februar ist kurz hinter der Grenze ein toter Otter gefunden worden. Ein Auto hatte das Tier überfahren. „Wir befürchten jetzt, dass es der Otter war, der hier sein Revier hatte“, sagt der Biologe.

Momentan seien die Tiere einzeln unterwegs. Aber da sie sich auf niederländischer Seite ausbreiten würden, sei es gut möglich, dass sich der Otter auch wieder im Gelderland ansiedelt.

Den Biologen würde es freuen. „Der Fischotter gehört hierhin, er war früher in der Region heimisch. Da wäre es toll, wenn er sich wieder ansiedeln würde.“

Damit er zurückkehrt, ist es wichtig, Gefahrenquellen zu beseitigen. In der heutigen Zeit ist die größte Gefahr für den Fischotter der Autoverkehr. Streift der Otter entlang eines Gewässers, und stößt er auf eine Brücke, unter der kein Uferstreifen ist, auf dem er laufen kann, geht er über die Straße und kann dort überfahren werden. Daher gibt es ein Projekt des Landschaftsverband Rheinland, bei dem es darum geht, genau solche Gefahrenpunkte für den Otter zu erkennen und möglichst zu beseitigen.