Kevelaer: Der Begründer der Wallfahrt

Kevelaer : Der Begründer der Wallfahrt

Hendrik Busmann gehört zu den Vorschlägen der RP-Aktion Unsere Besten. Gesucht werden der größte Sohn oder die größte Tochter in Kevelaer und Weeze. Leser können eine Kreuzfahrt gewinnen.

Er sei es gewesen, "der Kevelaer überall bekannt gemacht hat", schrieb ein Leser an die Rheinische Post. Er sei verantwortlich für "das bedeutendste Ereignis in Kevelaer", schrieb ein anderer. In einem waren sich in ihren Zuschriften alle Befürworter einig: Hendrik Busmann gehört unbedingt dazu, wenn es um "Unsere Besten" geht.

Eine Statue aus Bronze haben Kevelaerer Geschäftsleute dem einfachen Handelsmann aus Geldern mitten in der Stadt gewidmet. Sie zeigt an der Busmannstraße den frommen Mann mit Wanderhut, Stock und der Kiepe, in der er seine Ware transportierte.

Frommer Mann ohne Zweifel

Die Geschichte des Kaufmannes, der in Kevelaer die Wallfahrt begründete, die der Stadt heute bis zu eine Million Besucher im Jahr beschert, ist die Geschichte eines frommen Mannes, der ohne Gotteszweifel seinen Weg geht: Es war kurz vor Weihnachten im Jahr 1641, es tobte der Dreißigjährige Krieg. Es war ungemütlich, kalt und gefährlich, als der Kaufmann Hendrik Busmann auf seinem Weg von Geldern nach Kevelaer mitten in der Kevelaerer Heide nahe eines Hagelkreuzes plötzlich eine Stimme hörte. Die trägt dem damals 34-Jährigen auf, an dieser Stelle eine Kapelle zu bauen. Er hört die Stimme noch an zwei weiteren Tagen und beschließt, der Aufforderung tatsächlich nachzukommen.

Das kann keine leichte Entscheidung gewesen sein: Heute geht man davon aus, dass Busmann nicht sehr vermögend war und ein Analphabet dazu. Er und seine Frau Mechel begannen, für die Kapelle zu sparen. Nur ein Jahr später, einen Monat vor Pfingsten, hatte Mechel in der Nacht eine Erscheinung. Sie sah ein helles Licht, in der Mitte erkannte sie ein Kapellchen mit einem Andachtsbild von Maria, der Mutter Gottes. Genau dieses Bildchen hatte ihr tags zuvor ein Soldat angeboten. Sie machte ihn ausfindig und kaufte es ihm ab. Es soll am 1. Juni 1642, an einem Sonntag, gewesen sein, als der damalige Kevelaerer Ortspfarrer das Andachtsbildchen in den Bildstock stellte. Hendrik Busmann hatte sein Versprechen gehalten: Er baute einen Bildstock für das Andachtsbildchen genau an der Stelle, wo er die Stimme vernommen hatte.

In den Jahren 1643 bis 1645 wurde die erste Wallfahrtskapelle, die heutige Kerzenkapelle, gebaut. Bereits fünf Jahre, nachdem das Andachtsbildchen in den Bildstock gestellt worden war, wurde Kevelaer von der Synode in Venlo offiziell zum Wallfahrtsort erhoben. Schuld daran waren auch mehrere Wunder: Menschen, die nach dem Besuch in Kevelaer plötzlich wieder sehen oder auch wieder gehen konnten. Acht Wunder waren es bis zur Synode im Jahr 1647. Sie wurden alle von ihr anerkannt. Alles, was in Kevelaer also mit der Wallfahrts-Tradition zu tun hat, geht auf Hendrik Busmann zurück. Die Menschen haben ihm viel zu verdanken.

(RP/jco)
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