Der Basilikaorganist aus Kevelaer, Elmar Lehnen, über passende Musik.

Kirche und Kultur : Musikalisch auf die Fastenzeit einstimmen

Basilikaorganist Elmar Lehnen erklärt, welche Klänge die spirituelle Bedeutung der Wochen vor Ostern unterstützen. Sogar ein Ausflug in die Popmusik ist denkbar.

Unterschiedliche Veranstaltungen verlangen nach unterschiedlichen Liedern. Weihnachten spielt man Weihnachtsmusik. Zu Ostern die Osterlieder. Und am Dienstag in der Karwoche werde „Die sieben letzten Worte von Jesu am Kreuz“ angestimmt, um die etwas verhaltenere, düstere Stimmung einzufangen, sagt Elmar Lehnen, Basilikaorganist an der Marienbasilika zu Kevelaer.

Es gebe einige Kompositionen, die speziell in die Fastenzeit passen. Mit Improvisationen arbeitet der Organist auch sehr häufig. Denn Karneval ist vorbei, für viele Leute steht die Fastenzeit ins Haus. Warum also nicht die dazu passende Musik anhören? Dazu gibt es in Kevelaer einige Möglichkeiten.

Ein „Passionsspiel“, bei dem der Kreuzgang nachgespielt wird, werde jedes Jahr von den Kindern in der Messe aufgeführt. Es werde immer unglaublich intensiv, so Lehnen. Er fungiert dabei als Sprecher aus dem Off und unterlegt das Spiel mit passender Musik an der Orgel. Lieder zum Thema „Fasten“ würden dabei natürlich aufgegriffen, erzählt der Organist. Jedoch meist nur die Melodie, ohne Gesang. Dieses Jahr findet das Passionsspiel am 14. April um 11.45 Uhr in der Gemeindemesse statt.

Das Kirchenlied „O Haupt voll Blut und Wunden“ benennt der Basilikaorganist als ein typisches Lied für die Fastenzeit. „Es ist Sinn der Kirchenmusik, diese Situationen aufzufassen und Stimmungen zu verstärken“, nennt er den Nutzen dieser speziellen Musikstücke. Die Messen spielen daher nur Fastenmusik in der Zeit.

Auch in Konzerten werde es oft aufgegriffen. Die internationalen Orgeltage stehen nämlich jetzt an. Am Sonntag, 17. März, um 16.30 Uhr soll es losgehen. Spielen wird Jens Korndörfer. Darauf folgt am 24. März, wieder um 16.30 Uhr, ein Konzert mit Günther Rost. „Und am 31. März um 16.30 Uhr spiele ich zusammen mit Chordirektor Romano Giefer“, erzählt Lehnen. Er will an der Orgel begeistern, und Giefer wird sein Talent am Klavier zum Besten geben.

Die Konzerte sind laut Lehnen bisher immer sehr gut angenommen worden. Sogar aus Berlin und Düsseldorf kämen die Leute her. „Es kommen mehr Leute von auswärts als Leute aus Kevelaer“, berichtet Lehnen lachend. Das liege aber wohl eher daran, dass die Kevelaerer auch sonst die Basilika besuchen könnten.

Wie sieht das aber mit der weltlichen Musik aus? Findet sich da das passende Hörstück für die Fastenzeit? Einen direkten Vergleich zur Popmusik kann der Basilikaorganist nicht ziehen. Es komme immer auf die Stimmungen an. Es gebe sowohl Lieder zum Tanzen als auch Balladen zum Heulen, so Lehnen. „Aber ,Let it be’ von den Beatles ist durchaus geistlich zu sehen“, räumt er ein. Der Song enthält Textzeilen, die als Hymne an Maria, die Mutter Jesu, interpretiert werden könnten. Der Komponist Paul McCartney hat den Tod seiner früh verstorbenen Mutter, die ihm in einer schwierigen Zeit erschienen sein soll, in diesen Song eingearbeitet. Der berühmte Song „Knockin‘ on heaven‘s door“ von Bob Dylan gebe ebenfalls einen spirituellen Bezug her. Somit können durchaus auch Rocksongs aufgelegt werden, um sich auf die Fastenzeit einzustimmen. Auf den Inhalt kommt es an.