Dennis Hartjes schreibt seine Doktorarbeit über St. Petrus Wetten

Dissertation : Geschichte der Wettener Pfarrei

Dennis Hartjes studiert an der Universität in Münster. In seiner Dissertation arbeitet der 24-jährige Wettener die Geschichte seiner heimatlichen Pfarrgemeinde St. Petrus auf.

Von alten Steinen und Kirchenglocken – so beschreiben die Freunde von Dennis Hartjes schmunzelnd den Inhalt seiner Doktorarbeit, die der 24-Jährige momentan am Historischen Seminar der Universität Münster schreibt. Und ganz falsch liegen sie damit nicht. Wer Dennis aktuell sucht, wird ihn mit großer Wahrscheinlichkeit in einem der Archive am Niederrhein, in Münster oder in den Niederlanden finden. Dort trägt er Materialien zur Geschichte der Pfarrei St. Petrus Wetten zusammen.

In der Kirchengemeinde ist der Wettener fest verwurzelt. Seit seiner Jugend ist er als Messdiener, Leiter der Kinder- und Jugendarbeit und als stellvertretender Küster in der Pfarrei aktiv. Mittlerweile gibt der Doktorand auch Kirchenführungen.

Als Geschichts- und Theologiestudent war es Dennis bereits früh aufgefallen, dass fast keine wissenschaftliche Lektüre zu „seiner“ Kirche existiert. Daraufhin entschied er, sich in seiner Masterarbeit mit der Entstehung und Entwicklung seines Heimatortes und der dortigen Kirche auseinanderzusetzen. Dort machte der Student bereits die Erfahrung, dass es schwierig ist, an geeignete Quellen zu gelangen. „Es gibt nur ein einziges Buch in der Fachliteratur zu den Ursprüngen des Ortes, ab dem 15. Jahrhundert häufen sich dann aber die überlieferten Urkunden und Dokumente“, so Dennis, der in Münster neben seinem Lehramtsstudium mit den Fächern Geschichte und Katholische Theologie einen zweiten Master in Geschichte machte.

Doch die aufwändige Quellenarbeit hat sich bereits im Rahmen seiner Masterarbeit gelohnt: „Ich habe herausgefunden, dass Wetten viel älter eingeschätzt werden kann, als vermutet.“ Liegt die erste schriftliche Erwähnung des Ortes offiziell bei 1154, geht Dennis davon aus, dass die Anfänge der Besiedlung von Wetten bereits im 9./10. Jahrhundert liegen. Zudem nimmt er an, dass Wetten eine hohe Stellung gehabt haben muss. „Es gibt einen Beleg, dass der Wettener Priester 1154 nach Xanten gebeten wurde, um eine Urkunde zu unterzeichnen. Die St. Petrus Kirche war zeitweise eine Eigenkirche des Grafen von Geldern“, berichtet der 24-Jährige. „Weshalb sollte ein Priester den sicherlich beschwerlichen Weg nach Xanten aufnehmen, wenn nicht beide Kirchengemeinden in einer engen Verbindung zueinander stünden?“

Und im Jahr 1154 setzt Dennis in seiner Dissertation wieder an, nun mit direktem Fokus auf die Kirchengemeinde in Wetten. Er endet mit der Aufhebung der Pfarrei im Jahr 2014. „Ich möchte dabei unter anderem herausfinden, wie die Stellung der Wettener Kirche am linken unteren Niederrhein war. Es ist davon auszugehen, dass sie die Mutterkirche mehrerer umliegender Gemeinden ist.“ Dafür guckt Dennis sich unter kunsthistorischem und geschichtlichem Schwerpunkt die Geschichte der Pfarrei, den Kirchenbau und die Ausstattung der Kirche an.

Und erste Entdeckungen hat der Doktorand bei seiner Detektivarbeit bereits gemacht: „Bei der Kunstpflege des Bistums Münster haben wir Fotos von den alten Seitenaltären wiedergefunden, die als verschollen galten.“ Immer wieder stößt Dennis aber auch an Grenzen: „Ein Großteil des Quellenmaterials ab den 1970er Jahren hat leider aus Datenschutzgründen momentan noch eine Sperrfrist in den Archiven. An die komme ich nicht vollständig dran.“ Deshalb ist er auf die Mithilfe der Wettener angewiesen, bei denen sich im Familienalbum vielleicht das ein oder andere Foto findet, auf dem im Hintergrund die Kirche von innen oder außen oder das Pfarrhaus zu sehen ist.

Auch schon die kleinsten Details helfen: „Ich habe ein Hochzeitsfoto erhalten, auf dem das Muster des Bodens vor der Renovierung erkennbar ist sowie Altarleuchter, die zum Teil heute gar nicht mehr existieren.“

Bereits Mitte Januar hat Dennis mit dem Schreiben seiner Arbeit begonnen. In der Regel dauert das Schreiben der Doktorarbeit drei Jahre. Danach würde der Wettener am liebsten an der Universität bleiben. Auch die Denkmal- und Kunstpflege fasziniert ihn. „Ansonsten könnte ich mir auch vorstellen, irgendwann vielleicht doch an die Schule zu gehen.“ Den Wettenern bleibt Dennis aber mit Sicherheit auch weiterhin erhalten. So möchte Dennis beispielsweise in Zukunft Vorträge in Wetten halten und von seiner Forschungsarbeit berichten.

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