„Demenz – was tun?“ Hotel Klostergarten lädt ein

Kevelaer Vortragsreihe „Demenz – was tun?“ : Demenz – was tun?

Das Netzwerk Demenz im Kreis Kleve informiert in drei Abendveranstaltungen umfangreich über Behandlungsmethoden, Präventivmaßnahmen und den richtigen Umgang mit dieser Krankheit.

Der demografische Wandel und die zunehmende Überalterung stellen unsere Gesellschaft vor neue Herausforderungen. Eine Hürde ist der Umgang und die Betreuung des zunehmend an Demenz erkrankten Bevölkerungsanteils. „Im Jahr 2016 gab es in Deutschland etwa 1,6 Millionen Bürger, die an einer bestimmten Form der Demenz erkrankt sind. Seitdem werden es in der Bundesrepublik jährlich rund 40.000 Personen mehr“, berichtet Dr. Jens Linderhaus, Chefarzt der Klinik für Geriatrie am St.-Clemens-Hospital in Geldern. Prognosen der Deutschen Alzheimer Gesellschaft besagen, dass bis zum Jahr 2050 rund drei Millionen in Deutschland lebende Menschen unter einer Form der Demenzerkrankung leiden werden.

Im September bietet das Netzwerk Demenz im Kreis Kleve eine kostenfreie Vortragsreihe zu diesem Thema an. An den Standorten Emmerich, Kleve und Goch wurde die Veranstaltung in den Vorjahren bereits mit großer Resonanz wahrgenommen. Zwischen 50 und 100 Besucher waren an den Vortragsabenden vor Ort. „Es tut den Leuten gut, wenn sie an so einem Abend sehen, dass sie nicht alleine sind. Hier wird das Thema ‚Demenz‘ enttabuisiert. In diesem Jahr haben wir mit Kevelaer bewusst einen im Kreis Kleve südlich gelegenen Veranstaltungsort ausgesucht, um die Angehörigen der Erkrankten und alle am Thema Interessierten in dieser Region zu erreichen“, erzählt Maria Ebbers, Pressesprecherin des Netzwerks Demenz im Kreis Kleve.

Die drei Abendveranstaltungen mit unterschiedlichen Themenschwerpunkten finden stets zwischen 18 und 20 Uhr im Hotel Klostergarten am Klostergarten 1 in Kevelaer statt. Teilnehmende werden umfassend über bewährte Behandlungsmethoden und Präventionsmaßnahmen informiert. Außerdem wird auf den emotionalen Umgang eingegangen, um die häufig belastenden Situation im Alltag besser managen zu können.

Die Vortragsreihe startet am Mittwoch, 12. September, mit dem Vortrag „Was ist Demenz?“ von Dr. Jens Linderhaus. In diesem Vortrag werden unter anderem die unterschiedlichen Demenzformen vorgestellt und das Krankheitsbild von anderen Krankheiten, die das Gedächtnis beeinflussen, abgegrenzt.

Am Mittwoch, 19. September, referiert Diplom-Sozialwissenschaftler Arnd Bader mit seinem Vortrag „Bewegung und Prävention im Alter“ über die Bedeutsamkeit von körperlicher Betätigung bei einer Demenzerkrankung. „Bewegung muss im Alter aufrecht erhalten werden. Es ist wichtig, den Demenzerkrankten eine Aufgabe zu geben, bei der sie auch wieder rauskommen und sich körperlich betätigen. Das baut Stress ab und wirkt positiv auf den Krankheitsverlauf“, so Regina Schüren, Fachbereichsleiterin für ambulante Pflege bei der Caritas.

Der abschließende Vortrag der Reihe ist für Mittwoch, 26. September, geplant. Die Diplom-Psychologin Marion Dobersek wird mit ihrem Vortrag „Demenz und Humor“ über die Relevanz von Humor und dem emotionalen Kontrast, den die Nahestenden eines Erkrankten durchstehen müssen, referieren. „Die Vortragsreihe soll Menschen bestärken, deren Angehörige von einer Demenzerkrankung betroffen sind. Viele Leute berichten uns, dass sie zur Zeit der Erkrankung nie so viel geweint und in anderen Situationen so viel gelacht haben“, erzählt Kirsten Lommen, Leiterin des Katholischen Bildungsforums Kleve.

Bereits vor vier Jahren hat die deutsche Tragikomödie „Honig im Kopf“ mit den Schauspielern Till Schweiger und Dieter Hallervorden genau auf diesen Themenschwerpunkt erfolgreich aufmerksam gemacht. „Wir wollen mit dieser Vortragsreihe eine aufgeschlossenere Gesellschaft schaffen und das umfangreiche Expertenwissen mit Laien und Behandlern teilen. Seit den letzten 15 Jahren tut sich glücklicherweise sehr viel hinsichtlich eines fortschreitenden Prozesses der Enttabuisierung“, sagt Maria Ebbers.

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