Debatte über bezahlbaren Wohnraum in Kevelaer

Kevelaer: Debatte über bezahlbaren Wohnraum

Einen sicheren Ort, eine eigene Wohnung zu haben gehört zu den Grundbedürfnissen jedes Menschen. Bezahlbare Wohnungen sind jedoch an vielen Orten Mangelware. Das Thema Wohnungsknappheit brennt vielen Menschen unter den Nägeln – auch in Kevelaer.

Entsprechend groß war der Andrang bei einer Podiumsdiskussion, zu der die Caritas auf den Roermonder Platz eingeladen hatte.

„Jede Woche kommen Menschen zu uns, die erfolglos versuchen, in Kevelaer eine Wohnung zu finden“, wusste Gerrit Hermans, Leiter der Sozialen Dienste beim Caritasverband zu berichten. Das Thema sei in den vergangenen Jahren immer drängender geworden und mittlerweile seien allein im Caritas-Centrum in Kevelaer 47 Familien und dazu 88 Einzelpersonen bekannt, die derzeit erfolglos auf Wohnungssuche sind.

Dass Wohnungsknappheit ein aktuelles Problem in Kevelaer ist, stellte auch Bürgermeister Dr. Dominik Pichler gar nicht in Abrede. Er verwies aber auf die zahlreichen Anstrengungen, die die Stadt – teilweise auch gemeinsam mit der Wohnungsbaugesellschaft GWS – unternimmt, um dieses Problem zumindest ein wenig zu entschärfen. Bei der Ausweisung neuer Baugrundstücke, vor allem für solche mit sozialem Wohnungsbau, könne er jedoch immer nur das umsetzen, was im Stadtrat von den Parteien beschlossen wird.

  • Viele Gesprächspartner standen für die Straelener
    STRAELEN : Werbung für bezahlbare Wohnungen

Thomas Kuhlmann vom Therapiezentrum Haus Dondert berichtete, dass die Klienten seiner Einrichtung zunehmend Schwierigkeiten hätten, geeignete Wohnungen zu finden. Von ganz konkreten Beispielen einer Wohnungssuche berichteten auch einige Kevelaerer Bürger, unter ihnen Marielis Schoofs, die sich ehrenamtlich in der Flüchtlingshilfe engagiert. „Für Flüchtlinge ist es in Kevelaer fast unmöglich, eine Wohnung zu finden. Oder die Wohnungen, die von einigen Privatleuten angeboten werden, sind in einem Zustand, für den man sich wirklich schämen muss“, sagte sie und erntete dafür breite Zustimmung im Publikum.

Im Anschluss an die Offene Diskussion hatten die Kevelarer noch Gelegenheit, sich am Stand der Caritas über das Thema Wohnungsnot auszutauschen und am Wohnbarometer mit bunten Kugeln über die Wohnungssituation in der Stadt abzustimmen. Das so entstandene Meinungsbild war dabei recht eindeutig: Bezahlbare Wohnungen sind in Kevelaer schwierig bis gar nicht zu bekommen, lautete die einhellige Meinung.

Am Ende blieb die Erkenntnis, dass schnelle Abhilfe für die Wohnungssuchenden in Kevelaer nicht in Sicht ist, dass das Thema aber bei verschiedenen Ratsmitgliedern, die sich an der Veranstaltung beteiligt hatten, angekommen ist und weiter verfolgt werden wird.