Kevelaer: "Day of Caring" gibt Einblick in andere Lebenswelten

Kevelaer : "Day of Caring" gibt Einblick in andere Lebenswelten

Auf dem Tisch liegen gekochte Eier, Kartoffeln und Zwiebeln. Auf die Frage, was das werden könnte, antwortet eine Dame: "Obstsalat". Die Teilnehmer des Café Memory im Klostergarten in Kevelaer sind schon etwas älter. Die Sehkraft hat nachgelassen, aber auch die Erinnerung. Sonst wären sie nicht regelmäßig im Treffpunkt für Menschen mit Demenz.

Gestern hatten sie Besuch von Schülerinnen des Berufkollegs der Liebfrauenschule Geldern. Im Rahmen des "Day of Caring", übersetzt: einen Tag des Kümmerns, schwärmten rund 300 Schüler aus. "Andere Lebensbereiche kennenlernen - und auch ganz andere Lebenswelten", erklärt Lehrer Ewald Hülk den Sinn und Zweck des Tages. Schülerin Paulina Heckmann hat sich dafür entschieden, beim Demenz-Café mitzuhelfen. Von der Erkrankung hat sie bisher nur im Fach Gesundheitswissenschaften gehört. Sie hat außerdem gehört, dass die Arbeit mit demenzerkrankten Menschen schwierig werden könnte. "Ich war am Anfang schon sehr unsicher", gibt sie zu. Aber das legt sich schnell. Die Koordinatoren des Cafés Memory, Dörthe Voß und Claudia Baldeau, setzen jeweils einen Schüler neben einen ihrer Café-Besucher. Dann geht es ans Schnibbeln für den Kartoffelsalat.

Wie selbstverständlich entwickeln sich die ersten Gespräche. "Kartoffeln schneiden kann'se schon gut", sagt die ältere Dame mit der bunten Bluse anerkennend zu Jennifer Deister. Die Schülerin findet es "gemütlich". "Sonst wären wir auch nicht hier", antwortet die Seniorin an ihrer Seite keck und erzählt aus ihrem Leben.

An über 40 Stationen waren die Schüler aktiv. Die Auswahl reichte vom Rollstuhl putzen im Gelderner Adelheidhaus und Wellnesstag für die Bewohner bis zu Spielen im Offenen Ganztag und verschiedenen Kindergärten. Die Erlebnisse sind auf der Facebookseite der Caritas Geldern festgehalten.

(bimo)