Das Dornicker Nandu kommt aus Rees

Tiersichtung : Rätsel gelöst: Das Nandu kommt von der rechten Rheinseite

Das Tier war einer Familie entlaufen, die es sich vor kurzem angeschafft hatte. Es war vermutet worden, der Vogel könne auch aus Kevelaer stammen.

(bal/hg/zel) Das Rätsel um das Nandu, das seit Pfingsten immer wieder einmal in Emmerich-Dornick gesichtet worden ist (die RP berichtete), ist gelöst. Bei der Redaktion meldete sich eine Familie aus dem Raum Rees, der der Vogel entwischt war. Sie hatte ihn sich erst vor kurzem angeschafft, doch nun war der knapp ein Jahr alte Laufvogel ausgebüxt.

Das Tier, das zuvor sehr ruhig und zurückhaltend schien, hatte sich vermutlich vor einem sich nähernden Schaf erschreckt und war – schneller als die Besitzer reagieren konnten – in Windeseile über den Zaun seines Geheges gehüpft und davon gelaufen.

Die Besitzer, die nicht sagen können, ob es sich bei dem Jungtier um ein Männchen oder Weibchen handelt, versichern: „Das Nandu ist eher scheu und sanftmütig. Angst muss man vor ihm nicht haben.“

So ist das Rätsel also nicht nur gelöst, sondern manchem Zeitgenossen auch die Sorge genommen, dass das Tier vielleicht einem schlimmen Schicksal entkam oder diesem wieder zugeführt wird, sollte es gefangen werden. Denn Nandus werden in Deutschland auch zum Verzehr gezüchtet.

Aber wie kann die Familie es jetzt wieder einfangen? Das ist die große Frage, denn ein Nandu lässt sich eher schwer anlocken, und es ist verblüffend schnell. Die Tiere sind zwar nicht ganz so flink wie ihre afrikanischen Brüder, die Strauße, können aber trotzdem noch beachtliche Geschwindigkeiten von bis zu 60 Stundenkilometern erreichen. Clemens Jeuken aus Wetten hat sich bereits angeboten, beim Einfangen des Tieres zu helfen. Er betreibt eine Straußenfarm, hält dort auch einen Nandu und kennt sich mit den Vögeln bestens aus. Zunächst hatte es Vermutungen gegeben, das Nandu am Altrhein könne aus Kevelaer stammen. Doch dazu hätte es den Rhein überqueren müssen, was zwar möglich, aber recht unwahrscheinlich ist. Vielleicht bleibt der Riesenvogel ja auch in Freiheit und wird zur Attraktion für Ausflügler. Die Behörden jedenfalls müssen nicht unbedingt eingreifen, weil von dem Tier ja keine Gefahr ausgeht. Und für den Fall, dass es doch eingefangen werden muss: Dann wird wohl ein Großeinsatz der Feuerwehr notwendig sein, damit ein Tierarzt mit dem Betäubungsgewehr seinen Dienst verrichten kann.

Der Vogel befindet sich übrigens immer noch in Dornick. Beziehungsweise in der Nähe. Denn am Freitagnachmittag meldete sich ein Leser, der das Tier am Segelflugplatz gesichtet habe.

Damit scheint klar, dass sich das Nandu auf der rechten Rheinseite recht wohl fühlt. Theoretisch könnte es nämlich sogar den Fluss überqueren. Die Tiere können nicht nur schnell rennen, sondern sind auch gute Schwimmer.

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