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Darum setzt die Firma Mera aus Kevelaer auf das Fahrrad

Auszeichnung für Firma in Kevelaer : Mera: Eine Firma setzt aufs Fahrrad

Das Unternehmen für Tierfutter legt viel Wert darauf, dass seine Mitarbeiter auf das Zweirad umsteigen. Der Einsatz ist jetzt vom ADFC gewürdigt worden. Er verlieh dem Betrieb den Gold-Standard als fahrradfreundlicher Arbeitgeber.

Die Premiere war im vergangenen Jahr. Da startete der Tierfutterhersteller Mera die Aktion „Mehr Radeln“. Die Idee: Mitarbeiter steigen aufs Rad um und sparen auf diese Weise CO2 ein. 12.400 Kilometer kurbelte die Mera-Belegschaft runter – in diesem Jahr legte das Team noch mächtig drauf. Die Mitarbeiter legten zwischen Juni und August rund 15.800 Kilometer zurück. Also mehr als 3000 Kilometer als im Vorjahr. Ein Zeichen dafür, welchen Stellenwert das Radfahren in dem Unternehmen hat. „Es geht nicht nur darum, einen positiven Beitrag für unsere CO2-Bilanz zu leisten, möglichst viele Kilometer und dementsprechend eine große Futterspende zu erzielen – auch die Gesundheit der Kollegen profitiert davon“, so Firmen-Chef Felix Vos. . Man habe ein ein steigendes Interesse der Mitarbeiter an der Aktion feststellen können, so Sigrid Krambeer, Marketingleiterin und Nachhaltigkeitsbeauftragte bei Mera.

Manchen packte bei der Aktion der ganz große Ehrgeiz. Abteilungsleiter Tim Gasseling ist leidenschaftlicher Mountainbiker und hatte es sich zum Ziel gesetzt, 24 Stunden am Stück auf dem Rad zu fahren. Einmal, um damit die Kilometerbilanz des Unternehmens zu verbessern, aber auch, um damit den Tierschutz zu unterstützen. Denn das eingesparte CO2 sollte als Tierfutterspende an Ralph Seeger und sein Team von „Helden für Tiere“ gehen.

 Extremsport für die gute Sache: Tim Gasseling und Sascha Rupp radelten sogar 24 Stunden am Stück.
Extremsport für die gute Sache: Tim Gasseling und Sascha Rupp radelten sogar 24 Stunden am Stück. Foto: Evers, Gottfried (eve)

Tatsächlich schaffte Gasseling am Ende 558 Kilometer. 20 Stunden und 30 Minuten radelte er, bei einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 27 Stundenkilometern. Nach der Rekordfahrt gönnte er sich erst einmal einen Regenerationsdrink und legte sich dann ins Bett.

Und den Einsatz von Mera für das Radfahren hat jetzt auch der Fahrradclub ADFC gewürdigt. Er hat Mera den Gold-Standard des ADFC als fahrradfreundlicher Arbeitgeber verliehen. Die Kevelaerer Tierfutterfirma ist das 100. Unternehmen in Deutschland, das diese Auszeichnung erhält. Für den ADFC zählt dabei, dass Mera eine ganze Reihe von Bausteinen beim Thema „Zweirad“ hat.

Zum einen bietet man den Mitarbeiterin ein Leasingmodell für Fahrräder an. Mera arbeitet dabei mit dem Fahrradhändler und Servicedienstleister Lörper zusammen, der seine Werkstatt in Goch betreibt. Jeder Mitarbeiter kann nach Abschluss der Probezeit zwei Räder leasen. Nachdem der Beantragung durch die Geschäftsführung stattgegeben wurde, kann jeder das passende Rad auswählen. Das Leasing wird über den Lohn abgerechnet werden, so ist es deutlich günstiger. Zudem sind diverse Service-Dienstleistungen enthalten (inklusive Hol- und Bringservice). Dafür fallen keine zusätzlichen Kosten an.

Für die Radler steht auf dem Firmengelände ein beleuchteter, überdachter und videoüberwachter Abstellplatz zur Verfügung. Dort ist zudem eine Servicebox mit Werkzeug montiert, um kleinere Reparaturen am Rad erledigen zu können.

Die Mitarbeiter, die per Rad zur Arbeit kommen, können einen eigenen Umkleideraum samt Duschen mit genügend Trockenmöglichkeiten nutzen. So kommen sie dann auch nach Regenfällen trocken und sauber in die Firma.

Das Unternehmen hat mit Detlef Timmer einen Radverkehrskoordinator. Der Mitarbeiter aus der IT von Mera ist Mitglied des ADFC Kreis Kleve: „Die Kollegen können sich mit allen Fragen und Anliegen rund um das Thema Fahrrad an mich wenden. Das Angebot wird sehr gut angenommen.“