Darum ist der Imkerverein wichtig für Kevelaer

Naturschutz in Kevelaer : Kevelaers Bienenfreunde bangen um die Zukunft ihres Vereinsheims

Am Samstagnachmittag luden erstmals die Imker zu sich nach Hause ein. Neben Bienenführungen gab es Gespräche über die Vereinszukunft, da noch nicht klar ist, ob die Bienenfreunde auf Dauer ihr Heim behalten können.

„Die Führung war richtig gut, ich wusste vorher noch gar nichts über Bienen“, sagte die zwölfjährige Mira fasziniert. Am Samstag feierte der Imkerverein Kevelaer sein zehnjähriges Bestehen und hatte dazu Gratulanten und Neugierigen zu sich ins Vereinsheim eingeladen. Neben Kaffee, Kuchen und Kinderführungen wurden allerdings auch ernstere Themen besprochen, da die Zukunft des Imker-Hauses nicht sicher ist.

„In Kevelaer gibt es schon lange Imkervereine, das geht zurück bis Ende des 19. Jahrhunderts“, erklärte Horst Kuhrt, der Vereinsvorsitzende. „Durch die Kriegswirren haben sich die Vereine immer wieder aufgelöst und erneut zusammengefunden, bis schließlich 1966 Kevelaer und Weeze zusammengegangen sind, um überleben zu können. 2006 haben sie sich wieder getrennt und jetzt sind wir heute hier!“

Der Verein ist stetig gewachsen und hat heutzutage gut 60 Mitglieder. „Dabei wurde er, ohne dass es richtig wahrgenommen wurde, zum Zentrum der Imkerei im Kreis Kleve“, verriet Kuhrt. Die Kreisversammlungen finden in der Marienstadt statt und man kann Angebote und Verarbeitungsmöglichkeiten im Vereinsheim finden, die es sonst nirgendwo anders gibt. Etwas Besonders ist die Zusammenarbeit mit dem Kardinal-von-Galen-Gymnasium durch Bio- und Chemielehrer Jochen Wilzopolski, der auch im Vorstand der Kevelaerer Imker ist.

Seine drei Bienenvölker leben auf dem Gelände des Vereinshauses und werden im Sommer auch von Schülern seines Differenzierungskurses betreut. „So lernen die Kinder etwas über die Biologie der Honigbiene“, sagte Wilzopolski. Stichschutz-Jacken und Handschuhe waren am Samstag im Einsatz für Interessierte, die hautnah einen Blick auf das Leben der fliegen Tiere werfen wollten. „Wir gehen die typischen Dinge durch: Geht es dem Volk gut? Ist die Königin da? Hat sie Eier gelegt? Und so weiter. Ein Highlight ist dann immer das Schleudern, bei dem der Honig aus den Waben kommt.“

Leider ist die Zukunft des Vereinsheims allerdings nicht sicher, wie Horst Kuhrt erklärte: „Im April 2020 läuft unser Vertrag mit der Stadt aus und wir müssen hier raus. Uns wurde eine Verlängerung über drei Jahre vorgeschlagen, doch am Haus ist so viel zu tun, dass sich das für drei Jahre einfach nicht lohnt. Vor neun Jahren haben wir das Heim von den Pfadfindern übernommen und wir wollen hier auch gerne mehr tun, erwarten dann aber auch von der Stadt, dass sie uns bei der Instandsetzung unter die Arme greift und möchten dann langfristig hier bleiben können. Denn das Haus und die Gerätschaften im Vereinsheim haben erst dazu geführt, dass wir uns so gut entwickeln konnten. Momentan fühlen wir uns von der Stadt etwas allein gelassen.“

Gespräche mit den Verantwortlichen sind bereits geplant.

Nicht nur für die Kinder und Imker wäre eine sichere Zukunft wünschenswert, sondern auch für die Bienen.

Warum Bienen mehr sind als nur Bestäuber, erklärt einer der Bienenfreunde. „Denn sie helfen, dass man mehr im Einklang mit der Natur ist“, betonte Vereinsmitglied Bernd Richter. „Man achtet mehr auf das Wetter, auf die Jahreszeiten und es entspannt, denn bei Honigbienen kommt man mit Hektik nicht weiter.“

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