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Dackelwallfahrt in Kevelaer

Wallfahrt : Mit dem Dackel zur Gottesmutter

Die Wallfahrt des „Deutschen Teckelclubs“ ist eine ganze besondere im Kalender der Marienstadt. Regelmäßig kommen Hundefreunde mit ihren Lieblingen. „Der Segen Gottes steht allen Geschöpfen zu“, sagt Bastian Rütten.

„Ich weiß, dass einige Leute über die Dackelwallfahrt schmunzeln, aber es ist ja so: Der Segen Gottes steht uns allen zu und allen Geschöpfen“, erklärte der pastorale Mitarbeiter Bastian Rütten, der am Samstag das besinnliche Event im Herzen der Marienstadt leitete. „Es ist eine Aktion, bei der Mensch und Tier zusammenkommen und die immer sehr positiv angenommen wird.“

Der „Deutsche Teckelklub 1988 Gruppe Niederrhein“ hatte erneut das Miteinander organisiert, das am Parkplatz des Konzert- und Bühnenhauses gegen 13.30 Uhr seinen Anfang nahm. Nach dem Kreuzweg sollten sich alle Herrchen und Frauchen treffen, damit die Segnung der Tiere und der Wallfahrtskerze am Noah-Brunnen des Kapellenplatzes vorgenommen werden konnte. Doch die Laufwege waren deutlich schneller als vorgesehen beendet. Statt wie geplant um 16.15 Uhr, verschob sich nun deshalb das Ganze etwa eine knappe Stunde nach vorne. Dies führte leider dazu, dass manche Dackelfreunde, die direkt zur Segnung kommen wollten, nun zu spät waren und das religiöse Erlebnis leider nicht mehr miterleben konnten. Die Stimmung war dennoch sehr gut. Viele waren zum ersten Mal mit ihren Hunden zur Wallfahrt gekommen.

Die Tierfreunde waren mit ihren Dackeln durch die Innenstadt bis zum Kapellenplatz gezogen. Foto: Evers, Gottfried (eve)

„Wir hatten uns noch auf den letzten Drücker entschieden, vorbeizukommen“, verrieten Martin Hilpert und Jenni Ottowitz aus Straelen, die mit ihrem gerade fünf Monate alten Welpen „Ekki“ gekommen waren. „Es ist schön, so viele Hunde auf einmal zu sehen, das hilft auch dabei, neue Kontakte zu knüpfen“, meinte sie und er freute sich, „dass auch das Wetter so schön war. Da hat der liebe Gott wohl die Hunde im Blick.“

Während seiner Predigt sprach Bastian Rütten die Geschichte der Arche Noah an und betonte damit, „dass Gott eben alle Tiere liebt. Im Anschluss haben wir wie geplant die Wallfahrtskerze und die Hunde gesegnet“, so Rütten. „Doch das war nicht alles. Denn danach hatten die Leute noch die Chance, einzeln nach vorne zu kommen, um ihre ganz eigenen Gebete und Wünsche zu sagen. Manche bezogen sich auf Hund und Herrchen, andere galten der eigenen Ehe, der Familie oder auch einem Verstorbenen, der im letzten Jahr noch mit dabei war. So bringt die Dackelwallfahrt die Leute auf ihre Weise zueinander.“

Ulrike Roth aus Wachtendonk, die mit ihrer Dackeldame „Finchen von den kleinen Elfen“ mit dabei war, gefiel vor allem „das soziale Miteinander. Es war ein glücklicher Zufall, dass wir rechtzeitig mit der Arbeit fertig waren und deshalb heute zum ersten Mal hier sein konnten“.

Auch Matthias Scharf aus Wesel hatte es dem Zufall zu verdanken, dass er mit dabei war: „Am Freitag, meinte ein Freund, dass er mit seinem Hund hier hingehen würde und da dachte ich mir, dass ich mir meinen Bud mitnehme und auch mal schaue, was hier so passiert. Ich fand schön, dass die Predigt zeitgemäß war. Nächstes Jahr werde ich mit die Dackelwallfahrt sicher auch nicht entgehen lassen.“