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Corona-Zahlen in Kevelaer sinken nicht: Stadt will Maskenpflicht kontrollieren

Stadt besorgt wegen Corona-Zahlen : Kevelaer will den Maskenmuffeln jetzt die gelbe Karte zeigen

Die Zahl der Corona-Erkrankungen in Kevelaer stagniert. Die Stadt hatte darauf gehofft, dass sie sinken. Daher soll das Tragen der Masken stichprobenartig kontrolliert werden.

Beim Fußballspiel spricht der Schiedrichter die Verwarnung aus, in der Marienstadt gibt es die gelbe Karte vom Ordnungsamt. Die Mitarbeiter werden jetzt nämlich stichprobenartig in der Stadt unterwegs sein und darauf achten, dass die Besucher in den vorgeschriebenen Bereichen auch eine Maske tragen. Doch während es beim Fußball nach der zweiten gelben Karte einen Platzverweis gibt, will Kevelaer nicht auf Strafen, sondern auf Kommunikation setzen. „Unser Ziel ist es zu erreichen, dass so viele wie möglich einen Mund-Nasen-Schutz tragen“, erläutert Ludger Holla vom Ordnungsamt. Strategie sei, die Leute anzusprechen und zu informieren. Daher steht auf den gelben Karten noch einmal, warum es wichtig ist, die Masken zu tragen. Besonderer Clou: Wer keine Maske dabei hat, bekommt vom Ordnungsamt auch gleich noch eine Einweg-Maske geschenkt. Direkt Bußgelder soll es nicht geben. Die würde man nur bei hartnäckigen Maskenverweigerern kassieren. Bislang sei das aber noch nicht nötig gewesen. Bei Kontrollen am Wochenende seien lediglich drei Personen ohne Mundschutz unterwegs gewesen. Einer davon war der Nikolaus. „Aber auch der hat dann gleich eine Maske aufgesetzt“, sagt Holla schmunzelnd.

Er stellt noch einmal klar, dass in vielen Bereichen der Innenstadt jetzt eine Maskenpflicht gelte, aber dass Kevelaer dazu keine eigene Verfügung erlassen hat. Vielmehr leite sich die Pflicht aus der Corona-Schutzverordnung des Landes ab. Um es für die Bürger verständlicher zu machen, habe die Kommune ganze Straßenzüge ausgewiesen und auch den Kapellenplatz mit einbezogen, weil der die direkte Verbindung der beiden Einkaufsstraßen sei. Am Peter-Plümpe-Platz gebe es keine generelle Pflicht. Gleichwohl wird auch hier an alle appelliert, einen Mund-Nasen-Schutz zu tragen.

Die Gelbe-Karte-Aktion startet Kevelaer auch, weil man noch lange nicht über den Berg sei, wie Bürgermeister Dominik Pichler erläutert. Man mache sich weiter Gedanken, die Situation sei ernst und sehr diffus. Der Inzidenz-Wert in Kevelaer etwa schwankte in den vergangenen zwei Wochen zwischen 165, 56 und jetzt knapp unter 100. „Die Lage ist sehr dynamisch“, meint Holla, man müsse wachsam bleiben. Man habe gehofft, dass die Zahlen durch den Lockdown wieder auf eine Inzidenz von unter 50 fallen, davon sei man noch weit entfernt. Daher sieht der Bürgermeister Lockerungen über Weihnachten skeptisch. „Die Zahlen lassen dafür eigentlich keinen Spielraum.“

Sorgen bereitet den Verantwortlichen auch die Zahl der Todesfälle. Allein im November sind in Kevelaer fünf Menschen an Corona gestorben. Insgesamt gibt es damit seit Beginn der Pandemie neun Corona-Tote in der Marienstadt.