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CDU Kevelaer will nach Corona-Krise die Verkaufserlaubnis jeden Sonntag

Vorstoß der CDU Kevelaer : CDU: Jeden Sonntag die Geschäfte öffnen

Die Kevelaerer Christdemokraten schlagen dem NRW-Wirtschaftsminister Andreas Pinkwart vor, nach der Corona-Pandemie das Ladenöffnungsgesetz auszuweiten. Nur so könnten die Händler die Krise überstehen.

Die Corona-Krise, so hoffen alle, möge nicht mehr allzu lange dauern. Die Kevelaerer CDU denkt daran, wie dem notleidenden Einzelhandel nach dem Ende der Pandemie wieder auf die Beine geholfen werden kann. Am besten, so meint sie, mit verkaufsoffenen Sonntagen, die an keine Bedingungen mehr geknüpft sind. Eine entsprechende Bitte haben die Christdemokraten der Wallfahrtsstadt an NRW-Wirtschaftsminister Andreas Pinkwart gerichtet.

Die Corona-Pandemie und ihre Folgen bringen die lokale Wirtschaft und insbesondere den stationären Einzelhandel laut Kevelaerer CDU in eine schwierige, ja sogar existenzbedrohende Lage. Die bereits angelaufenen Hilfen seitens der Bundes- und Landesregierung, die Findigkeit der Geschäftsleute bei der Suche nach alternativen Verkaufswegen und die Solidarität vieler Kunden seien zwar ein guter Anfang, reichten aber für viele nicht aus, um die Krise auch wirtschaftlich zu überstehen.

Den zur FDP gehörenden Wirtschaftsminister in Düsseldorf bittet die Kevelaerer CDU deshalb, eine außerordentliche Sonntagsöffnung für den Einzelhandel bis zum Jahresende 2020 zu veranlassen.  Der kommissarische CDU-Vorsitzende Michael Kamps begründet das folgendermaßen: „Hier muss dringend gehandelt werden. Ein weitreichendes Einzelhandelssterben trifft nicht nur die einzelnen Geschäftsleute mit ihren Familien und Angestellten, sondern über das wirtschaftliche und soziale Gefüge alle Menschen in unserer Stadt.“

Die CDU schlägt vor, nach der Überwindung der Corona-Pandemie bis zum Jahresende  die Paragraphen 5 und 6 des Ladenöffnungsgesetzes NRW auszuweiten und es dem lokalen Einzelhandel zu ermöglichen, in dieser Zeit auch ohne die derzeit vorgeschriebenen sachlichen Begründungen an jedem Sonntag für die Kunden zu öffnen. Die Erfahrungen der verkaufsoffenen Sonntage sowohl hierzulande als auch in den Nachbarstädten jenseits der deutsch-niederländischen Grenze zeigten deutlich, dass hier ein Umsatzpotential liegt, das geeignet ist, dem Einzelhandel zu helfen.

Norbert Heckens, der Vorsitzende der Interessengemeinschaft (IG) Hauptstraße, steht dem Ansinnen positiv gegenüber. „Diesen Vorstoß finde ich klasse. Gut, dass sich die Politik Gedanken macht.“ In Kevelaer seien ja die geplanten verkaufsoffenen Sonntage abgesagt worden. Branchen wie Textil fänden es sicher gut, würde die Bitte der CDU umgesetzt, für andere brächten die verkaufsoffenen Sonntage nicht so viel.

Heckens warnte davor, die Vorsichtsmaßnahmen zu früh zu lockern. „Ich habe mein Geschäft lieber eine Woche länger zu, wenn ich dann sicher sein kann, dass die Pandemie überwunden ist“, sagt er. Die Stimmung innerhalb der Kevelaerer Kaufmannschaft beschrieb der IG-Vertreter als „weit entfernt von Depression“. In Telefonkonferenzen mit Wirtschaftsförderer Hans-Josef Bruns würden Ideen zur Stärkung des Einzelhandels entwickelt.

Skepsis herrscht bei der Gewerkschaft. „Im Moment besteht dafür keine Notwendigkeit“, sagt Nils Böhlke, Sekretär beim Verdi-Landesfachbereich Handel, auf Anfrage. Man wisse nicht, wie lange die Geschäfte geschlossen bleiben müssen. Er machte auf Unterschiede zwischen den Branchen aufmerksam. „Im Lebensmitteleinzelhandel malochen sich die Beschäftigten gerade tot, die können Urlaub gebrauchen.“ Dass die Umsatzeinbrüche nach der Krise wettgemacht werden könnten, bezweifelt der Verdi-Vertreter. „Die Menschen haben nicht mehr Geld in der Tasche, die Konsumfreude wird nicht exorbitant steigen.“ Und nicht zuletzt: „Der Sonntagsschutz ist im Grundgesetz verankert. Das lässt sich nicht einfach durch eine Landesregierung aufhebeln.“