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Bürgermeisterwahl in Weeze wird zum Zweikampf

Bürgermeisterwahl in Weeze : Opposition unterstützt Koenen

SPD, Grüne und FDP haben erklärt, dass sie die Bürgermeister-Kandidatur des Fachbereichsleiters der Gemeinde Weeze begrüßen. Er wird gegen Guido Gleißner von der CDU um den Chefsessel im Rathaus kämpfen.

In Weeze wird die Bürgermeisterwahl voraussichtlich auf einen Zweikampf hinauslaufen. Wie berichtet, hat Georg Koenen seinen Hut in den Ring geworfen. Diese Nachricht war für viele am Freitag eine faustdicke Überraschung. Der Leiter des Ordnungsamtes will als unabhängiger Bewerber antreten. Zuvor hatte die CDU bereits Guido Gleißner als ihren Kandidaten nominiert.

Die anderen Fraktionen erklärten jetzt auf Anfrage der Redaktion, dass sie keinen eigenen Kandidaten aufstellen werden. Die SPD hat am Freitag noch einmal im Vorstand beraten und dann die Entscheidung getroffen, die Suche nach einem Kandidaten einzustellen, berichtet der SPD-Fraktionsvorsitzende Norbert Thul. Die SPD habe vor einiger Zeit Kontakt zu einem möglichen Bewerber von außerhalb gehabt, der habe aber abgesagt. Georg Koenen habe die Partei über seine Absicht informiert. „Ich habe ihm dazu geraten, anzutreten und versichert, dass die SPD hinter ihm steht“, sagt Thul. Man werde auch den Sozialdemokraten empfehlen, die Kandidatur von Georg Koenen zu unterstützen. Es sei ein Novum, dass ein unabhängiger Bewerber antrete, das sei für viele in Weeze ungewöhnlich. „Er ist amtserfahren, er kennt die Verwaltung und den Rat“, sagt Thul, viel wichtiger noch: „Er kommt aus Weeze und weiß wie der Ort tickt. Das macht eine Menge aus“, sagt der SPD-Ratsherr.

Auf die Wahlplakate wird die SPD Georg Koenen wohl nicht aufnehmen. Allerdings werde man auf Flyern und im Wahlprogramm deutlich machen, dass die Partei Georg Koenen unterstützt, erläutert Thul.

 Auch die Grünen begrüßen die Kandidatur von Georg Koenen. „Die Entscheidung, einen parteilosen Bürgermeisterkandidaten zu unterstützen, ist für uns gar keine Frage“, so Jessica Kruchem von den Grünen. „Für die Gemeinde Weeze wäre dies eine wirklich positive Bereicherung.“ Es habe sich auch in anderen Kommunen gezeigt, dass die Arbeit im Rat bei einem parteiloser Bürgermeister eine ganz andere Basis habe. Der Verwaltungschef habe eine „Mentoren“ Aufgabe und sei zu nichts verpflichtet. Das sei bei einem CDU-Bürgermeister anders.

„Unabhängig davon verfügt Georg Koenen aufgrund seiner 30-jährigen Erfahrung in der Verwaltung über sehr viel fachliche Kompetenz“, so Jessica Kruchem.

Lobende Worte für die Kandidatur von Koenen findet auch der Weezer FDP-Vorsitzende Frans de Ridder. „Die FDP Weeze freut sich sehr, dass es mit Georg Koenen nun eine echte, ernstzunehmende Alternative zum Kandidaten der CDU gibt.“ Als FDP-Vorsitzender schätze er die professionelle Zusammenarbeit mit ihm sehr. „Ich bin davon überzeugt, dass er für Weeze ein hervorragender Bürgermeister sein kann“, so Frans de Ridder weiter.

Auf dem kommenden Wahlparteitag werde er den FDP-Mitgliedern empfehlen, seine Kandidatur zu unterstützen.

Trotz der Unterstützung der drei Oppositionsparteien in Weeze will Georg Koenen unabhängig antreten. Das bedeutet, dass zunächst er 140 Unterstützungsunterschriften sammeln muss. Er freue sich natürlich über die positive Resonanz, er wolle aber unabhängig bleiben, betont Koenen. Er hatte klargestellt, dass er sich zwar von anderen Parteien unterstützen, aber nicht nominieren lassen werde.