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Kevelaer: Buchhändler setzen auch aufs Internet

Kevelaer : Buchhändler setzen auch aufs Internet

Zum heutigen Welt-Buch-Tag soll vielen Kindern das Lesen nahe gebracht werden. Trotz Vormarsch des Online-Handels bleiben auch Exemplare aus Papier beliebt. Viele Ältere greifen jedoch gerne zur elektronischen Variante.

Ob Märchenbuch, Krimi oder Fantasy-Roman, Lesen liegt voll im Trend. Zumindest bei den Kevelaerern, weiß Gabriele Polders. Sie ist Inhaberin der Buchhandlung Bercker: "Aus unserer Sicht wird nach wie vor sehr viel gelesen. Ich kenne so viele Familien in Kevelaer, die Wert darauf legen, ihren Kindern vorzulesen", sagt sie.

Da es aber durchaus auch Eltern gibt, bei denen das Lesen nicht so populär ist, freut sie sich über den Welt-Buch-Tag, der heute stattfindet: "Wir schreiben die Schulen an und laden sie ein, mit ihren Klassen zu kommen", erklärt Polders. Dabei könnten nicht nur Hemmschwellen abgebaut werden, selbstständig eine Buchhandlung zu besuchen, jedes Kind bekommt auch noch ein Buch geschenkt. Polders meint: "Wichtig ist, dass Jugendliche Zugang zum Buch haben."

Dennoch ist auch an ihr nicht vorüber gegangen, dass das Internet eine immer wichtigere Rolle spielt. Im Gegenteil: "Wir haben uns einfach dem veränderten Kaufverhalten angepasst", sagt sie. So gibt es seit einem Jahr einen Online-Shop, in dem ganz bequem von zu Hause aus bestellt werden kann. "Es gibt Kunden, die lieber vom Sofa aus einkaufen." Wichtig sei, dass jeder so lesen kann, wie er möchte, sagt sie.

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Auch Gertrud Aengenheyster, Inhaberin der Bücherstube in Kevelaer bestätigt, dass viel gelesen werde: "Die Frage ist nur, wo es gekauft wird", sagt sie. Ihrer Meinung nach orientieren sich die Menschen heutzutage generell zu viel im Internet, wo es oft keine fachliche Beratung gibt: "Ich bin jetzt seit 35 Jahren in Kevelaer und kenne mich in der Branche ganz gut aus, so dass ich die Menschen gezielt beraten kann", sagt sie. Dennoch bietet auch sie seit rund vier Jahren einen Online-Shop an. Allerdings müssen die Bestellungen in ihrer Buchhandlung abgeholt werden: "Wir möchten gerne, dass die Leute in die Stadt kommen. Und die Kunden wollen das auch."

Auch wenn es bei Aengenheyster keine E-Books gibt, weiß sie genauso wie Gabriele Polders zu berichten, dass gerade Ältere an den elektronischen Büchern interessiert sind. Polders erklärt: "Weil man die Schrift größer stellen kann." Doch nicht jeder mag ein E-Book. Sogar bei den jungen Lesern seien Bücher mit echten Seiten sehr beliebt. "Dadurch, dass es so viele Fantasy-Liebesgeschichten gibt, lesen Jugendliche viel und finden es dann auch schön, wenn sie eine Roman-Reihe als gebundenes Buch im Regal stehen haben", weiß Aengenheyster. Insgesamt sehen die beiden Frauen keinen Grund zur Sorge. Aengenheyster sagt sogar: "Ein Buch wird heute wieder mehr geschätzt als noch vor einigen Jahren. Hoffen wir, dass es so bleibt."

(RP)