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Kevelaer: Brückensturz für den Anti-Mobbing-Film

Kevelaer : Brückensturz für den Anti-Mobbing-Film

Fünf Drehtage hat Thomas Binn mit seinem Filmteam absolviert. Bei den Arbeiten in Wetten zog die Crew viele neugierige Blicke auf sich. Vor Ort war sogar ein Stunt-Team, das schon vorher die jungen Hauptdarsteller geschult hatte.

Wie selbstverständlich lässt sich der neunjährige Julian rückwärts vom Brückengeländer fallen. Langsam kippt er nach hinten, in Richtung Niers. Doch sein Sturz wird von einem riesigen Luftkissen gebremst, das auf einem Metallgerüst liegt. Julian krabbelt aus dem Kissen heraus. "Angst hatte ich keine", erzählt er kurz nach dem Sturz. "Das Kissen ist weich, und ich habe auch schon in der Stuntschule gelernt, wie man richtig fällt."

Da nicken auch die Fahrradfahrer, die zufällig vorbeikommen, beifällig. Eine Filmproduktion mitten in Wetten, die gibt es nicht alle Tage zu sehen. Verantwortlich dafür ist Thomas Binn, der nicht nur für die RP als Fotograf unterwegs ist, sondern gerade auch einen Film zum Thema Mobbing unter Kindern dreht (die RP berichtete).

Damit auch wirklich nichts schief geht, ist auch Joe Meinel von der Stuntschule "Zig-Zag stunts&more" mit seinem Team die ganze Zeit vor Ort. "Es ist schon etwas Besonderes", sagt er, "wenn man mit Kindern arbeitet. Da muss man sehr viel sensibler mit umgehen als mit Erwachsenen." Daher wurden die jungen Schauspieler ganz langsam an den Sturz herangeführt, bis dann die Szene an der Wettener Brücke auf dem Plan stand.

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Die ist sicherlich einer der Höhepunkte im Verlauf mehrerer Drehtage, die das Team um Thomas Binn hinter sich gebracht hat. Binn selbst ist beim Dreh ständig in Bewegung, sucht nach der passenden Einstellung, gibt dem Kameramann Anweisungen und hat trotzdem immer wieder einen Scherz auf den Lippen. Besonders für die jungen Hauptdarsteller, denen der Dreh zwar offensichtlich Spaß macht, die gegen Abend dann aber doch auch mal motiviert werden müssen. Und sei es mit einem Stück Pizza — am Filmset stapeln sich mehrere leere Packungen vom Lieferdienst.

Mit dem Drehverlauf sei er, sagt Binn, sehr zufrieden. "Und ich bin überwältigt von den Reaktionen, die ich bekomme. Ich habe sehr viel Unterstützung erhalten, so arbeitet etwa das Stuntteam kostenlos", erzählt der Filmemacher begeistert.

Zu den Helfern zählt auch die Volksbank an der Niers, deren Pressesprecher Christian Hälker auch zum Dreh an der Brücke kam. "Für uns ist es das erste Mal, dass wir solch ein Projekt unterstützen, aber da mussten wir auch nicht lange nachdenken", sagt er. Man sei sich bei dem Kreditinstitut einig gewesen, dass es wichtig ist, Kinder stark zu machen — zum Beispiel mit dem Film, den Binn gerade dreht.

(RP/rl)