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Kevelaer: Blick hinter die Kulissen des Rathauses

Kevelaer : Blick hinter die Kulissen des Rathauses

13 Schüler des Kevelaerer Gymnasiums erkundigten sich über die Ausbildungsmöglichkeiten und Zukunftschancen bei der Stadt. Erstmals fand der Rundgang im Rahmen der Berufserkundungstage statt.

Alles Hemdenträger, langes Sitzen am Büroschreibtisch - von wegen. Was alles möglich ist und wie vielfältig die Tätigkeit bei der Stadt Kevelaer ist, erfuhren 13 Kevelaerer Gymnasiasten, die sich im Rahmen der Berufserkundungstage in der Jahrgangsstufe acht das Rathaus als interessanten Tagespraktikumsplatz ausgewählt hatten. "Spannend", "interessant", "weil das Haus so schön ist", lauteten die verschiedenen Motivationsgründe der Schüler.

"Berufserkundungstage finde ich eine tolle Sache", sagt Werner Barz, Personalleiter im Kevelaerer Rathaus. Und da es nichts bringe, die Schüler einen Tag lang bei der Stadtkasse oder sonst wo hinzusetzen, um einen echten Einblick zu bekommen, wurden die Berufsmöglichkeiten im Schnelldurchlauf an einem Vormittag abgehandelt. "Habt ihr eine Vorstellung davon, wie viele Mitarbeiter die Stadt Kevelaer hat?", fragt Barz in die Runde. Die Zahl 5000 fällt. "Das ist ein bisschen hoch gegriffen", sagt Barz, so viele Mitarbeiter hatte die Stadt Krefeld mal. Der nächste Tipp lautet 300, und der stimmt.

Wie oft es Berührungen mit der Stadt gibt, macht Barz an einem anschaulichen Beispiel deutlich. "Wenn ihr morgens den Wasserhahn aufdreht und den Strom anschaltet, hat das was mit der Stadt zu tun?" Nicken bei den Schülern. Die Stadtwerke sind gemeint. "Bevor ihr euch morgens auf das Fahrrad schwingt, bringt eure Mutter euer Schwesterchen zum Kindergarten. Hat das was mit der Stadt zu tun?" Wieder wird genickt. Gemeint ist diesmal der städtische Kindergarten "Spatzennest". "Die Erzieher sind städtische Mitarbeiter", macht Barz deutlich. Weiter geht es mit dem Fahrrad zur Schule auf dem Radweg, für den das Tiefbauamt zuständig ist, vorbei an Laternen. Die Beleuchtung ist auch Aufgabe der Stadt. "Und wenn ihr an der Schule ankommt und der Hausmeister meckert, weil ihr das Fahrrad falsch abgestellt habt, trefft ihr auf einen städtischen Mitarbeiter", führt Barz weiter aus. "Die komplette Ausstattung der Schule ist unsere Aufgabe, auch die IT-Verkabelung." "Nur die Lehrer bezahlen wir nicht", sagt Bürgermeister Dominik Pichler schmunzelnd.

Carina Grauel, Kristina Crom und Lisa Püplichuisen führten durch den informativen Vormittag. Püplichuisen erzählte von ihrer Ausbildung zur Veranstaltungskauffrau, viele weitere Kurzvorträge folgten. So unterschiedlich wie die Auszubildenden (nichts mit Einheitsanzug) sind auch die Berufe, in denen sie arbeiten. Annika Ketelaer hat in wenigen Tagen ihre Prüfung zur Verwaltungsfachangestellten und erzählt von ihrer Ausbildung aus erster Hand. "Sehr spannend und abwechslungsreich" beschreibt Benjamin Berrisch seinen Beruf als Fachinformatiker, während Sina Luyven von ihrer Arbeit als Erzieherin in der Kindertagesstätte "Spatzennest" erzählt. Sehr anschaulich berichtete Shalini Nadesalingam von ihrer Ausbildung zur Bauzeichnerin bei der Stadt Kevelaer.

Nach einer kurzen Verschnaufpause wurden dann noch das Konzert- und Bühnenhaus, das Hallenbad und die Stadtwerke besucht und über dortige Ausbildungsbereiche informiert. Nur eines stand nicht zur Disposition: das Amt des Bürgermeisters. "Das ist kein Ausbildungsberuf", machte Dominik Pichler, seines Zeichens amtierender Bürgermeister in Kevelaer, deutlich. "Und macht euch keine größeren Gedanken, der Job ist belegt", sagte er in die Runde von Schülern.

"Die Stadt Kevelaer ist ganz cool, vielleicht nicht so verstaubt, wie man bei einer Verwaltung denkt. Da liegt uns viel dran", sagt Personalleiter Barz an die Schüler gewandt. "Vielleicht kriegen wir von euch demnächst eine Bewerbung, das würde uns freuen."

(RP)