Kevelaer: Bischof segnet Gertrud-Kapelle

Kevelaer: Bischof segnet Gertrud-Kapelle

Twisteden hat ein neues Heiligenhäuschen. Gestern Abend segnete Regionalbischof Heinrich Janssen den kleinen Backsteinbau an der Endstraße ein. Viele Bewohner der Ortschaft nahmen an der Messfeier teil.

Twisteden Eine alte Wetterregel sagt: "Ist's an St. Gertrud sonnig, wird dem Gärtner wonnig". Die heilige Gertrud ist Schutzpatronin der Gärtner und Landwirte, ihr Namensfest wird heute, am 17. März, gefeiert. Seit gestern gibt es einen Ort mehr, an dem sie verehrt wird. Regionalbischof Heinrich Janssen segnete am Vorabend des St.-Gertrud-Festes die neue Kapelle in Twisteden ein.

Rund 100 Menschen, Chor und Musikverein nicht eingerechnet, waren zur Messfeier an der Ecke Endstraße/Am Hasenacker gekommen. "Die Idee entstand hier in der Nachbarschaft beim Setzen des Maibaumes", erzählt Werner Neumann, Vorsitzender des Natur- und Heimatvereins Twisteden. Der Verein machte sich für den Bau der Kapelle stark, Twistedener und Auswärtige halfen mit Spenden.

Tor mit Rosenranken

"Das Heiligenhäuschen ist aus alten Steinen neu gebaut worden", berichtet Neumann. Eine in Süddeutschland geschnitzte Holzfigur der heiligen Gertrud wird in der Kapelle verehrt. Auffallend ist das Tor mit geschmiedeten Rosenranken und Dornen – ein Werk von Heinz van Vorst. Der kleine Platz, auf dem die Kapelle steht, wurde neu gepflastert und bepflanzt.

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"Heilige gehören nicht auf Podeste, sondern auf die Straße", sagte Bischof Janssen in seiner Predigt. Sie seien Ansprechpartner für Nöte, "aber keine Lobbyisten, sondern Freunde". Ein Heiligenhäuschen wie dieses sei "eine Telefonzelle zum Himmel". Janssen ging auch auf das Leben der heiligen Gertrud ein, die gar nicht so weit entfernt gewirkt habe, nämlich in Brabant. Geboren wurde sie 626 im heute belgischen Landen, sie starb mit nur 33 Jahren im Kloster Nivelles als Äbtissin.

Eine Mäuseplage abgewendet

Quellen schildern Gertrud als belesene und fürsorgliche Frau, die sich um Kranke und Sterbende kümmerte. Sie wird traditionell auch von Reisenden und Armen angerufen. Als Beschützerin der Feldfrüchte gilt sie, weil durch ihr Gebet angeblich eine Mäuseplage abgewendet wurde. Aus diesem Grund gehörten neben dem Stab der Äbtissin und einem Buch auch Mäuse zu den Attributen der Heiligen. "An der Figur sind aber nicht zu viele Mäuse abgebildet, damit keiner einen Schrecken kriegt", scherzte der Regionalbischof. Mit Blick auf das trockene Wetter zeigte sich Janssen optimistisch, dass die alte Wetterregel auch in diesem Jahr ihre Gültigkeit zeigt.

(RP)
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