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Betrunkener greift Rettungskräfte in Weeze an

Mann randalierte in Spielhalle in Weeze : Betrunkener spuckt Polizisten an

In Weeze hat sich ein Mann mit Händen und Füßen dagegen gewehrt, medizinisch versorgt zu werden. Er spuckte sogar die Polizeibeamten an, die ihn zur Wache brachten.

Auch in der Region werden offenbar immer öfter Rettungskräfte angegriffen, wenn sie eigentlich nur helfen wollen. Jetzt meldet die Polizei einen aktuellen Fall aus Weeze. Hier hatten  am Mittwoch Mitarbeiter einer Spielhalle die Polizei verständigt, weil in dem Gebäude ein offenbar angetrunkener Mann laut wurde und randalierte. Eine Polizeistreife traf gegen 16.45 Uhr an der Spielhalle auf dem Holtumsweg ein.

Zu der Zeit waren bereits Notarzt und Rettungssanitäter vor Ort. Sie wollten sich um den stark alkoholisierten Mann kümmern. Doch das gefiel diesem gar nicht. Er leistete heftigen Widerstand und riss sich sogar die Nadel für Infusion wieder heraus. Als er auch gegenüber der Polizei gewaltsam wurde, wurde der Mann zu Boden gebracht und gefesselt. Doch auch danach ließ der Randalierer nicht von den Polizisten ab. „Beim Transport zum Streifenwagen versuchte er, einen Beamten zu treten“, berichtet die Polizei.

Auf dem Weg zur Wache streifte der 41-jährige zudem immer wieder seinen Mundschutz ab, bespuckte und beleidigte die Beamten. Selbst im Polizeigewahrsam gab der Mann keine Ruhe und musste deshalb an Händen und Füßen gefesselt bleiben.

Dem 41-Jährigen wurde schließlich eine Blutprobe entnommen. Den Mann ohne festen Wohnsitz erwartet jetzt ein Verfahren wegen Widerstands, Körperverletzung und Beleidigung.

Vorfälle diese Art häuften sich in der letzten Zeit. Besonders spektakulär war ein Fall im Juli, als ein 65-jähriger Mann die Sanitäter in Geldern mit einer Machete angegriffen hatte.

An dem Wochenende hatte es seinerzeit gleich mehrere Angriffe auf Rettungskräfte gegeben. Doch laut Statistik gibt es noch keine Häufung. Im vergangenen Jahr hatte die Polizei im Kreis Kleve von Januar bis Mai 40 Fälle von Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte registriert. In diesem Jahr waren es im gleichen Zeitraum 37. „Wir haben hier leider ein gleichbleibend hohes Niveau“, so eine Polizeisprecherin.

Was in Zeiten von Corona besonders erschreckend ist, ist die Beobachtung, dass viele die Rettungskräfte anspucken und so gegen eine medizinische Versorgung zur Wehr setzen.

(zel)