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Weeze: Benimm-Schule für schwierige Hunde

Weeze : Benimm-Schule für schwierige Hunde

Schulen, in denen Vierbeiner gutes Benehmen lernen, gibt es viele. Doch kaum einer kümmert sich um sogenannte Listenhunde. Mario Dömges schon. Er möchte in Weeze einen Ort schaffen, an dem Hunde ganzheitlich betreut werden.

Hunde sind des Menschen beste Freunde, so sagt man. Das ist zutreffend, so lange sich der vierbeinige Weggefährte gut benehmen kann. Da das aber nicht immer der Fall ist, gibt es zahlreiche Hundeschulen. Doch an manchen Tieren verzweifelt jede Hundeschule. Und genau da kommt Mario Dömges ins Spiel. "Zu mir kommen nicht selten Menschen, die nicht mehr weiter wissen. Ich versuche auch dann zu helfen, wenn keine andere Schule mehr daran glaubt, dass da was zu machen ist", sagt der 41-Jährige. Er betreibt eine mobile Hundeschule, mit der er im Bereich zwischen Geldern und Weeze und darüber hinaus unterwegs ist. Dömges kümmert sich zudem auch um sogenannte Listenhunde, was ihn von vielen Hundeschulen unterscheidet. Listenhunde sind Tiere, die rassebedingt als gefährlich angesehen werden.

Das sieht Dömges allerdings ein bisschen anders. Er sagt: "Gefährlichkeit ist nicht automatisch an der Rasse festzumachen, denn Hunde werden vom Menschen verzogen. Wenn ich einen Hund nicht richtig sozialisiere, weiß er auch nicht, wie er sich richtig verhalten soll." Natürlich gebe es auch Tiere mit "schlechten" Eigenschaften. Nehme man stets besonders aggressive Tiere für die Zucht, komme natürlich am Ende eine entsprechend explosive Mischung heraus.

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Die Haltung einiger Rassen wie etwa Pitbull-Terrier oder American Staffordshire-Terrier ist mittlerweile komplett verboten. Für andere sind rassespezifische Einschränkungen bei der Haltung möglich. Dazu kann zählen, dass der Halter volljährig ist oder eine Sachkundeprüfung abgelegt hat. Für das Tier können weitere Sonderregelungen wie Maulkorb- oder Leinenpflicht oder das Ablegen eines Wesenstests vorgeschrieben werden. Je nach Rasse werden solche Wesenstests vom Veterinäramt abgenommen oder eben von Mario Dömges. Er besitzt diesenSachverständigenschein.

Warum er sich auch vor Listenhunden nicht scheut, liegt daran, dass Dömges' erster Hund ein Staffordshire-Terrier war, der heute als "gefährlich" eingestuft würde. "Ich war damals 18 Jahre alt, da gab es diese Kategorisierung noch nicht." Er habe sich ein Rassenbuch zur Hand genommen und sich entschieden, "einfach, weil er mir gefiel", erzählt er. Über die Jahre hat er sich immer mehr Wissen angeeignet und aus seinem Hobby einen Beruf gemacht. Dömges bemängelt, dass fast jeder heutzutage eine Hundeschule eröffnen kann. "Ein Wochenendkursus reicht, und schon denken viele, dass sie befähigt sind, Hunde zu erziehen." Doch warum sollte man Dömges vertrauen? "Ich habe viele Fortbildungen gemacht, bei anerkannten Menschen wie Verhaltensforscher Günther Bloch oder Dorit Feddersen-Petersen, ebenfalls Verhaltenswissenschaftlerin. Was die erzählen, hat Hintergrund", meint Dömges.

Momentan ist der Hundefreund noch mobil unterwegs. Sein Vorhaben, ein Hundekompetenzzentrum in Weeze zu errichten, ist gerade geplatzt. "Es ist leider nicht einfach, einen geeigneten Ort zu finden. 600 Quadratmeter brauchen wir schon." In dem Kompetenzzentrum soll nicht nur seine Hundeschule Platz finden, sondern auch eine Pension für zehn Hunde. "Die Tiere sollen von A-Z versorgt werden, deshalb habe ich auch eine Heilpädagogin an meiner Seite." Das Tierbedarfsgeschäft "Futterhaus" kooperiere ebenfalls, um das Angebot und die Beratung zu komplettieren. Nur der Platz fehlt eben noch.

"Im Weezer Dunstkreis soll es schon sein, hier herrscht nicht diese Dichte wie in der Stadt", sagt Dömges. So lange fährt er zu Kunden nach Hause, unter Umständen auch mal nach Hamburg, wenn kein anderer mehr hilft. Auf Dauer sieht er sich aber im Kreis zuhause, so wie schon auf seiner Internetseite www.hundeschule-madogs.de geschrieben steht: Die Hundeschule für den Niederrhein.

(RP)