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Benefiz-Konzert in Kevelaer bringt mehr als 10.000 Euro für Flutopfer

Mehr als 10.000 Euro kommen in Kevelaer zusammen : Benefiz-Aktion am Bootshaus

Für die Hochwasseropfer gab es in Kevelaer unter dem Motto „Helping Hands“ eine elektronische Party. Mit Versteigerung, Tombola und Eintrittsgeldern kamen bisher Spenden in Höhe von 10.382 Euro zusammen.

Die einen nennen ihre Spendenaktion „Wir halten zusammen“ oder „Deutschland hilft“ – medienwirksam kommen einige Millionen Euro zusammen. Andere, wie der Straelener Dirk Roosen (Verein City of Flowers), sind in der Marienstadt Kevelaer aktiv und setzen mit ihrem DJ-Festival City of Flowers (COF) im Bootshaus ganz andere Kapazitäten frei. Gemeinsam haben alle ein Ziel: schnelle finanzielle Hilfen für die Menschen in den Hochwassergebieten. Mit Mike Püllen (Starlack), Jannik Hensen (Dekor Event), Marc Moors und Ferhat Ökce (Bootshaus) gewinnt Dirk Roosen Macher, die mit nur einer Woche Vorlauf ein kleines, feines Event aus dem Boden stampfen. Alles für den guten Zweck.

„Helping Hands“, also helfende Hände, lautet ihr Motto, das mit Djs für einen Abend voller elektronischer Musik – von Pop über Techno bis Pop – sorgt. „Wir haben Firmen angesprochen, Privatleute und Mitarbeiter“, erzählt Mike Püllen. Seine Mitarbeiter haben sich Überstunden nicht auszahlen lassen, sondern in den großen Spendentopf gegeben. Über 30 ortsansässige Betriebe spendeten sofort für die Versteigerung und Tombola Dienstleistungen, Gutscheine oder Konzertkarten. Gerade die kleinen Präsente wie Kappen oder Schlüsselanhänger werden mit Sicherheit später an ein ganz besonderes Event erinnern.

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Denn Spender wie Gewinner sind Teil einer großen Aktion, die zielgerichtet die Opfer der Hochwasserkatastrophe erreichen wird. Betroffen, Macher wie Gäste rund um das Bootshaus, sind viele auf irgendeine Weise. Oftmals kennt man Helfer, die vor Ort waren, hat Bekannte dort oder kennt die Region. Ideengeber Dirk Roosen half in den ersten Tagen des Dauerregens seiner Familie in Arcen im Kampf gegen die Wassermassen. Schnell war ihm klar, auch andere Hochwasseropfer brauchen Hilfsaktionen, die er als Initiator auf Schienen setzte. Farina, Cousine von Mike Püllen, hat in Ahrweiler geholfen, hautnah die Situation erlebt und ihm eindringlich die Lage geschildert. „Das sind Bilder, die im Fernsehen nicht gezeigt werden, wenn das Wasser abläuft und das frei gibt, wovor jeder suchende Angehörige Angst hat“, sagt Mike Püllen. Das Orgateam hat eine Woche lang geackert, um alle Auflagen des Events zu erfüllen. Das Ziel war klar formuliert: 10.000 Euro für die Betroffenen sammeln und der „Aktion Deutschland hilft“ übergeben. Am Ende wurde dieses Ziel mit 10.382 Euro noch übertroffen. „Hellauf begeistert waren unsere Gäste, denen ich davon erzählt habe“, ergänzt Marc Moors vom Bootshaus. Am Samstagnachmittag stellen sich die helfenden Hände zum großen Kreis zusammen, spenden, tanzen bis gegen 22 Uhr und feiern danach in Zimmerlautstärke weiter. Wer nicht dabei sein kann, genießt den Live-Stream.

Aus Köln kommt Christina, die ein solches soziales Event einfach wichtig findet. „Bei uns waren einige Keller und Garagen voll gelaufen. Kein Vergleich zu den Hochwassergebieten.“ Selbst Ballermann-Barde Willy Girmes befindet sich unter den Gästen, einfach, um zu unterstützen, wie auch Bürgermeister Dominik Pichler. Vanessa aus Kevelaer hat früher mal in der Region gewohnt. „Ich habe Klamotten ausgemustert und gespendet. Die Bilder im Fernsehen waren erschreckend“, sagt sie. Die Idee, Musik und Party, Grillen und Chillen mit einer Spendenaktion zu verbinden, sei super.

Lukas (21) ist Zimmermann. Sein Schwiegervater war vor Ort und hat bereits beim Aufräumen einer Schreinerei im Ort Schuld geholfen. Tonnenschwere Maschinen seien aus der Werkstatt vom Wasser mitgerissen worden. Wenn es an den Aufbau geht, ist er mit Muskelkraft bei der koordinierten Hilfe dabei. „Im Moment ist nach Lebensmittel- und Sachspenden wie Kleidung Geld ganz wichtig. Danach kommt im nächsten Schritt der Wiederaufbau der Häuser. Da helfe ich als Handwerker mit“, so Lukas. Mitte der Woche will sich auch Mike auf den Weg nach Ahrweiler mit dringend benötigten Arbeits- und Schutzmaterialien machen.