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Bei Parookaville müssen die Fans stundenlang auf den Einlass warten.

Anreise zu Parookaville : Trotz Wartezeit gute Laune

Wer am Donnerstag von Geldern Richtung Weeze fuhr, wunderte sich, dass die Straßen trotz des Festivals ziemlich frei waren. Das Verkehrskonzept ging auf. Allerdings mussten die Fans später lange am Einlass warten.

Die Mutter aus Duisburg scheint sogar ein bisschen enttäuscht zu sein. Sie hat gerade zwei Mädchen am Bring- und Abholpunkt des Festivalgeländes abgesetzt und ist völlig überrascht, dass sie so gut bis an den Niederrhein gelangt ist. „Ich hätte da ehrlich mit viel mehr Stau gerechnet, wir sind super durchgekommen“, sagt sie. Eine Erfahrung, die am Donnerstag ganz viele machen, die auf dem Weg zu Parookaville sind. Es ist kein Vergleich zum vergangenen Jahr, als die Wagen nicht einmal im Schritttempo vorankamen.

Auch Alex Ali kommt mit seinen Freunden bestens durch. Um 7.30 Uhr ist die Truppe in Lünen gestartet, um 9 Uhr legte sie bei Schloss Wissen eine kleine Pause ein. „Im vergangenen Jahr haben wir fünf Stunden gebraucht, heute ist das ganz entspannt“, berichtet der 21-Jährige. Richtig geärgert hat sich die Gruppe über den Stau auch damals nicht. „Der lange Weg war sogar ein Highlight für uns“, sagt die Truppe lachend, die sich bestens gelaunt weiter auf den Weg zum Festivalplatz macht.

Für die Strecke bis zum Parookaville-Parkplatz werden sie nicht mehr viel Zeit benötigen. Denn die Straßen von der B9 über den Willy-Brandt-Ring Richtung Campsite sind bei weitem nicht so voll wie im Vorjahr. Für Unterhaltung sorgt zudem ein Polizeibeamter, der auf der Kreuzung zum Willi-Brand-Ring gestenreich und fast schon choreographiert den Verkehr regelt.

 Alex Ali, Viktoria Ropelt, Marie Schemmann, Vanessa Zylka und Lennart Neuhaus auf dem Weg zu Parookaville 2018.
Alex Ali, Viktoria Ropelt, Marie Schemmann, Vanessa Zylka und Lennart Neuhaus auf dem Weg zu Parookaville 2018. Foto: Latzel

Auch die Stimmung bei den Festivalbesuchern ist bestens, die Vorfreude steigt, aus vielen Autoboxen ist laute Electro-Dance-Music zu hören. Und von diesem Sound begleitet geht es auch auf den Weg vom Parkplatz zum Camping-Gelände. Viele haben wattstarke Lautsprecherboxen auf Handkarren oder Bollerwagen gepackt. Und die Anlagen müssen lange durchhalten. Denn auf dem Weg zum Campingplatz stauen sich die Fans kilometerweit.

Die ersten seien bereits um Mitternacht gekommen, berichtet ein Ordner. Auch diese nachtaktiven Gäste warten mit den anderen darauf, dass um 10 Uhr die Tore öffnen. Danach zieht sich der Einlass hin. Nach groben Schätzungen der Polizei warten um 13 Uhr noch 15.000 Fans draußen. Um 16 Uhr sind dann 22.000 auf dem Campingplatz. Laut Polizei ist die lange Warteschlange ironischerweise eine Folge des guten Verkehrskonzeptes. „Die Leute sind so gut mit den Autos durchgekommen, dadurch sind die Wartezeiten dann hier länger“, heißt es.

Da es recht schwül ist, verteilen die Veranstalter Getränke an die wartenden Fans. Zudem gab es Vorbereitungen, um die Leute auf Wunsch auch mit Wasser beregnen zu lassen. Der Sanitätsdienst muss im Laufe des Tages 35 Personen Hilfeleistung geben.

Die Polizei ist mit dem Verkehrskonzept zufrieden. „Es läuft sehr gut. Es hat sich heute Morgen mal für eine kurze Zeit auf der A 57 zwischen Walbecker Forst und der Abfahrt Goch gestaut, aber dann haben wir ab Goch Ausweichrouten freigegeben“, so Polizeisprecher Ermers. Danach habe sich der stockende Verkehr auf der Autobahn aufgelöst. Kurzfristig seien nochmal neue Schilder aufgestellt worden, die den Besuchern den Zweifel nehmen sollen, dass sie sich womöglich verfahren haben könnten. „Wir haben aus dem letzten Jahr gelernt. Die Parkplätze für den Campingplatz waren schon früher geöffnet. Wir sind immer im konstruktiven Austausch mit den Veranstaltern, die sehr bemüht sind, die alle wirklich bemüht sind“, sagt der Polizeisprecher.

Überhaupt kein Problem scheint für die Fans die Warnung der Straßenbehörde vor dem Eichenprozessionsspinner zu sein. Im Gegenteil: Bei einem Zwischenstopp auf einem Parkplatz macht sich eine Gruppe einen Spaß daraus, an Ästen einer Eiche zu rütteln.

Am Freitag startet das Parookaville-Festival, für das wegen der Trockenheit und der daraus resultierenden Brandgefahr viele Vorkehrungen getroffen wurden. Einweggrills sind auf dem Campingplatz erlaubt, allerdings sind Feuerwehrleute auf kleinen Quads schnell einsatzbereit. Es gibt ständige Feuerwachen, und das Gras auf den Parkplätzen ist extra kurz geschoren, um ein Entzünden durch Katalysatoren zu verhindern. . n