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Kevelaer: Bedauern über geplante Schließung von Spielgruppe

Kevelaer : Bedauern über geplante Schließung von Spielgruppe

Es ist unglücklich gelaufen. Bei den Anmeldeterminen für die Kindergärten hatte die Stadt auch die Spielgruppe "Vergissmeinnicht" veröffentlichen lassen. Umso größer war die Enttäuschung bei den Eltern, als sie von der Caritas die Nachricht bekamen, dass die Anmeldungen nicht berücksichtigt werden können. Der Vertrag mit der Stadt läuft nämlich am 31. Juli 2018 aus, und die Verwaltung hat der Caritas mitgeteilt, dass sie den Vertrag derzeit nicht verlängern möchte.

"Die Gruppe ist seinerzeit eingerichtet worden, als es die Gruppen für unter Dreijährige in den Kindergärten noch nicht gab", erläutert Sozialdezernent Marc Buchholz. Inzwischen sei das aber in den Kitas Standard. Daher müsse die Stadt darauf achten, dass erst die Plätze in den Kindergärten besetzt werden. Es dürfe nicht passieren, dass U-3-Plätze frei bleiben, weil Eltern auf die Spielgruppe ausweichen. Daher würden jetzt erst einmal keine Anmeldungen mehr für "Vergissmein-nicht" angenommen. Es sei aber mit der Caritas abgesprochen, dass man die Anmeldezahlen abwarte. Sollte sich zeigen, dass doch noch Bedarf an U-3-Plätzen da sein, werde man neu überlegen. Über das Thema will man sich auch im Jugendhilfeausschuss am 28. November unterhalten.

Die Caritas bedauert die Entscheidung der Stadt. Unerfreulich sei auch, dass man jetzt Eltern absagen müsse. "Es ärgert mich immens, dass wir als Caritas jetzt den Schwarzen Peter haben", meint Andreas Becker vom Vorstand des Caritasverbandes Geldern-Kevelaer. Man sei sehr interessiert daran, das Angebot weiterzuführen. "Wir finden es toll und klasse, vor allem, weil es ein Angebot ist, was manche Eltern besonders schätzen", sagt Becker. Die Spielgruppe sei klein und überschaubar, nur an zwei Vormittagen und damit ein guter Einstieg für kleine Kinder später auf den Kindergartenalltag. Positiv sei auch der Kontakt zu den Senioren, die es im Mehrgenerationenhaus gebe, in dem die Gruppe untergebracht ist. Die älteren Menschen würden sich immer freuen, wenn sie die Knirpse treffen. Becker macht auch deutlich, dass die Schließung nichts mit der Gruppe für Flüchtlingskinder zu tun habe. "Dieses Angebot läuft am Nachmittag, die Spielgruppe am morgen, beides kann problemlos nebenher laufen", sagt Becker.

Die Caritas will abwarten, ob die Stadt ihre Entscheidung noch überdenkt. Den beiden Erzieherinnen der Spielgruppe ist daher auch noch nicht gekündigt worden. "Wir haben deutlich gemacht, dass wir die Entwicklung bedauern, aber die geplante Schließung ist eine Entscheidung der Stadt Kevelaer", stellt Becker klar.

In einem offenen Brief hat Mutter Nadine van Aaken die geplante Schließung kritisiert. Ihr Sohn hatte die Spielgruppe selbst besucht. Sie schätzte die kleine Gruppe mit gleichaltrigen Kindern. "Für die Kinder war dieses Jahr eine tolle Vorbereitung auf den richtigen Kindergarten", schreibt sie.

(zel)