Baumprämie soll krankem Wald am Niederrhein helfen

Waldbesitzer aus Weeze fordert : Baumprämie soll krankem Wald helfen

Waldbesitzer fordern, dass pro Hektar und Jahr 125 Euro dafür gezahlt werden, dass die Bäume CO2 binden.

Der globale Klimawandel und seine dramatischen Folgen wie der Borkenkäferbefall setzen den Wäldern stark zu. Auch am Niederrhein gibt es, wie berichtet, verheerende Schäden in den Wäldern. Darum wird es auch beim „Waldgipfel“ der Landesregierung am Montag, 11. November, in Düsseldorf gehen. „Der Wald im Klimastress“ ist der Tag überschrieben, was zeigt, wie schwerwiegend auch das Land die Lage einschätzt.

Die Forderung nach einer Honorierung der CO2-senkenden Funktion des Waldes („Baumprämie“) ist in diesem Kontext ein viel debattiertes Thema. Jetzt gilt es, so der Vorsitzende der Familienbetriebe, Max von Elverfeldt, diesen Ansatz einfach, aber in der Sache richtig auszugestalten und die Ergebnisse aktueller wissenschaftlicher Studien dafür als Grundlage zu nutzen.

Max von Elverfeldt ist Vorsitzender der Familienbetriebe Land und Forst. Er fordert Unterstützung für die Schäden in den Wäldern. Archiv: Glader. Foto: ja/H.Glader

Laut von Elverfeldt sei man dazu auch im engen Austausch mit dem Naturschutzbund (Nabu), um zu erreichen, dass die Ökoleistung des Waldes zum Senken von CO2 honoriert wird. In einem Papier hat man die Forderung noch einmal deutlich gemacht. So sei es wichtig, dass die zugesagte Unterstützung der Bundesregierung in Höhe von bis zu 800 Millionen Euro in den kommenden fünf Jahren auch bei den Adressaten, nämlich den Privatwaldbesitzern, ankommt, so von Elverfeldt. Das solle nicht durch politische Grabenkämpfe oder ideologische Klientelpolitik in der parlamentarischen Beratung beziehungsweise im Bundesrat zerredet oder verwässert werden.

Im Rahmen einer CO2-Abgabe müsse zudem eine Honorierung der Ökosystemleistung  für CO2-Speicherung etabliert werden. „Wenn die CO2-Emissionen jetzt bepreist werden, ist es nur richtig, dass das CO2-Senken durch den Wald entsprechend honoriert wird“, meint von Elverfeldt. Die Mittel müssten den bewirtschafteten und aktiv gepflegten Flächen zufließen. Weitere Ökosystemleistungen müssen in dieses System integriert werden. „Im Mittelwert werden pro Hektar Wald fünf Tonnen Kohlenstoff im Jahr gespeichert. Bei dem aktuellen Preis eines Zertifikats im Emissionshandel von 25 Euro pro Tonne CO2 ergibt dies eine Honorierung dieser Ökosystemdienstleistung von 125 Euro pro Jahr und Hektar“, so von Elverfeldt.

Um weitere Schäden einzudämmen, müssten die geschädigten Waldflächen unbedingt in einer Sofortmaßnahme geräumt werden. Dafür solle den Waldbesitzenden rückwirkend zum 1. Januar 2019 pro Kubikmeter geräumtes Schadholz 25 Euro aus Mitteln der Agrarstrukturverwaltung des Bundes zur Verfügung gestellt werden. „Die seit 2017 durch Klimaeinflüsse verloren gegangenen 180.000 Hektar Wald müssen wieder aufgeforstet werden“, fordert von Elverfeldt.

Um die Wirkungen des Waldes auch für künftige Generationen gewährleisten zu können, sei der Aufbau von Mischwäldern mit standortangepassten, klimastabilen Baumarten vorzubereiten und durchzuführen. Dabei müssten die aktuellen Standortsverhältnisse unter den neuesten Erkenntnissen des Klimawandels der Maßstab sein. Der Anbau klimaangepasster und nicht heimischer Laub- und Nadelbaumarten könne dazu ein probates Mittel sein. Gleiches gelte für Waldpflegemaßnahmen, um den Wald zu stabilisieren und Mischbaumarten zu integrieren.