Weeze: Bahnhof Weeze wird saniert

Weeze : Bahnhof Weeze wird saniert

In der nächsten Bauausschuss-Sitzung am 25. Oktober wird der Besitzer des Weezer Bahnhofs seine Pläne erläutern. Wenn sie den Vorstellungen der Politik nicht genügen, käme ein Kauf durch die Gemeinde in Betracht.

Auf einmal sieht's viel besser aus. In einem gelblichen Ockerton, passend zu dem weit über 100-jährigen Gebäude, macht das Weezer Bahnhofsgebäude hinter dem frisch verlegten Rollrasen neuerdings einen ordentlichen Eindruck. Das wird allerhöchste Zeit, denn jahrelang war die Optik alles andere als befriedigend. Was ärgerlich ist, wenn man den Bahnhof — zumal in der Flughafengemeinde Weeze — als Eingangstor zum Ort ansieht. Deshalb hat die Gemeinde den Eigentümer vertraglich verpflichtet, das Gebäude in Schuss zu bringen. Das scheint jetzt auf dem Weg zu sein.

Bernd Rühl ist derjenige, der im Gebäude wohnt und betont, dass seit Ende 2009 die Firma "AIReal Development, Berlin" Eigentümerin ist. Der gehöre er allerdings an — man mache Geschäfte mit Windenergie und Solarkraft, zudem entwickele Aireal (ehemalige) Bahnhofsflächen und -gebäude. "Meine Verbindung zum Bahnhof Weeze besteht seit 2003. Damals habe ich als 20-Jähriger meinen Computerladen dort eröffnet." Der Mieter ersteigerte das Gebäude aus dem Bundeseisenbahnvermögen 1998. In Weeze sagt man, die Gemeinde habe den Termin damals verpasst. Wobei Rühl betont, dass es heute sicher attraktiver sei als vor zehn oder 15 Jahren, einen Bahnhof in Weeze zu betreiben. Der Flughafen holt viele Bahnreisende auf die Strecke.

Spätestens, seit Rühl seinen Computerladen aufgegeben hat, ist das Haus ziemlich verkommen. Vor zwei Jahren schlossen der Weezer und die Verwaltung einen Vertrag, dass die Gemeinde ein Vorkaufsrecht bekommt, wenn das Gebäude nicht innerhalb von zwei Jahren renoviert wird. Die Frist ist am 13. Oktober abgelaufen, gibt Rühl zu. "Ich werde im Bauausschuss erläutern, was wir gemacht haben, was folgen soll und hoffe, dass ich meine Pläne umsetzen kann", erklärte der 40-Jährige. Er erwähnt einen Fahrkartenschalter, einen Kiosk, vielleicht ein Reisebüro oder Gastronomie.

Guido Gleißner als Vorsitzender der CDU-Mehrheitsfraktion möchte gerne glauben, dass die Sanierung mehr ist als nur Fassadenkosmetik. Er betont, dass man einen Vertragsbruch nicht mit der Brechstange nachweisen wolle. "Ich kenne die Haushaltslage für das kommende Jahr noch nicht. Wir werden aber kaum Geld übrig haben, um Gebäude zwecks Verschönerung des Ortsbildes aufzukaufen." Soll heißen: Wenn die Renovierung und die weiteren Pläne Hand und Fuß haben, sei denkbar, weiter mit dem jetzigen Eigentümer zu arbeiten.

Was der Politik ebenso wichtig ist: dass die Deutsche Bahn ihre Zusage erfüllt und 2013 den Bahnsteig überarbeitet, damit dieser niveaugleich mit den Zügen ist. Gehbehinderte, Eltern mit Kinderwagen oder Radfahrer beklagen seit längerem den mangelhaften Komfort des Weezer Bahnhofs.

(RP/ac)
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